Kreuzfahrtschiff Carnival Liberty der Schifffahrtslinie Carnival Cruise Line

Branchenschwäche genutzt Saudis steigen bei Carnival ein

Stand: 06.04.2020, 18:51 Uhr

Saudi-Arabien steigt in der Corona-Krise als Großaktionär beim angeschlagenen Kreuzfahrtkonzern Carnival ein. Anleger nahmen die Nachricht erleichtert auf. Die Aktie legt kräftig zu - und beflügelt auch die Konkurrenz.

Der saudische Staatsfonds PIF legte am Montag in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht einen Anteil von gut acht Prozent an dem Kreuzfahrtunternehmen Carnival offen, der am letzten Schlusskurs der Aktie gemessen knapp 370 Millionen Dollar (rund 343 Millionen Euro) wert ist. Für den Touristikkonzern, der aufgrund der Corona-Pandemie in Schwierigkeiten geraten ist, dürfte das ein positives Zeichen sein.

Aktionäre atmen auf

An der Börse nahmen Anleger den Einstieg der Saudis erleichtert auf - die Aktie schoss um über 20 Prozent nach oben. Der saudische Staatsfonds erhielt seine Beteiligung zum Schnäppchenpreis, der Kurs war seit Jahresbeginn um gut 80 Prozent eingebrochen.

Branche unter Druck

Zum Carnival-Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Aida Cruises. Carnival war in der Corona-Krise schon recht früh in Bredouille geraten, da auf zwei Schiffen des Konzerns das Virus ausgebrochen war. Daraufhin musste der Konzern den Betrieb beinahe vollständig stilllegen. Die Kreuzfahrtbranche zählt zu den Wirtschaftszweigen, die besonders stark unter der Pandemie leiden.

So ist auch die Aktie des Kreuzfahrtkonzerns Caribbean Royal Cruises in den vergangenen Monaten um mehr als 75 Prozent eingebrochen. Der Titel der Norwegian Cruise Line stürzte binnen drei Monaten sogar um mehr als 80 Prozent ab. Am Montag erholen sich aber alle Kreuzfahrttitel ein wenig.

Der saudische Staatsfonds ist in den USA nicht unbekannt. Er ist am E-Autobauer Tesla beteiligt, investierte in den Fahrdienstleister Uber und das Büroverwaltungsunternehmen WeWork.

ms/dpa-AFX