Börse Riad, Saudi Arabien

Neue Papiere für den Staatsfonds Saudis kaufen kräftig zu

Stand: 18.05.2020, 10:52 Uhr

Der saudische Staatsfonds baut seine Aktienbeteiligungen offenbar immer weiter aus. Allerdings haben sich die Fondsmanager aus Riad mit ihren früheren Entscheidungen nicht gerade mit Ruhm bedeckt.

Wie aus den Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht hervorgeht, hat der saudische Staatsfonds (Public Investment Fonds - PIF) seine Beteiligungen im ersten Quartal dieses Jahres stark ausgebaut. PIF erwarb demnach Anteile an Facebook, Walt Disney und Cisco im Wert von rund 500 Millionen Dollar. Der Fonds hat außerdem Anteile an der Citigroup für 522 Millionen, an der Bank of America für 488 Millionen sowie an Boeing für 714 Millionen Dollar erworben.

Staatsfonds will sich diversifizieren

Kronprinz Mohammed bin Salman hat den Staatsfonds 2015 angewiesen, die stark auf die Ölindustrie fokussierte Wirtschaft in andere Bereiche zu diversifizieren und gezielt in Zukunftstechnologien zu investieren. Zu den bekanntesten Investments der Saudis gehören der Fahrdienst-Vermittler Uber und der angehende Tesla-Konkurrent Lucid Motors. Im April gab der Fonds bekannt, sich mit 8,2 Prozent am strauchelnden Kreuzfahrtunternehmen Carnival zu beteiligen. Zudem investierte der Fonds im April auch in die Ölriesen Shell, Total, Equinor und Eni.

PIF immer wieder mit Fehlentscheidungen

Zuletzt machte der Staatsfonds Anfang dieses Jahres auf sich aufmerksam, als Meldungen kursierten, PIF habe die Tesla-Rally verpasst. Laut US-Medien habe der Fonds einen Großteil seiner Tesla-Anteile gekauft – unmittelbar vor dem Beginn der Aktien-Rally des E-Auto-Bauers. Der Fonds ist etwa zu dem Preis ausgestiegen, zu dem er die Papiere eineinhalb Jahre zuvor gekauft hatte. Berücksichtigt man den Preis für die Absicherungspositionen, die der Fonds zeitweise eingegangen war, hat er sein Engagement wahrscheinlich mit einem Verlust beendet.

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 2 Jahre
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Schon vorher hatte der Fonds immer wieder Fehlinvestments getätigt. Als Riesenverlust dürfte sich der 45 Milliarden Dollar schwere Einstieg bei dem japanischen Beteiligungsunternehmen Softbank erweisen, haben die Japaner mit ihren Investments in den Fahrdienst Uber und den Bürovermieter WeWork doch viele Milliarden in den Sand gesetzt.

Saudi-Arabien leidet unter niedrigem Ölpreis

Durch den massiven Zusammenbruch des Ölpreises befindet sich Saudi-Arabien finanziell in einer schwierigen Lage. Um liquide zu bleiben, hat der Staat jüngst seine Mehrwertsteuer deutlich erhöht und Subventionen für Staatsbedienstete gekürzt.

ms