Zellkultivierung im biopharmazeutischen Prozess bei Sartorius

Dividende wird überprüft Sartorius wächst auch in der Krise

Stand: 21.04.2020, 09:13 Uhr

Für den Laborausrüster ist die Corona-Krise kein schwerer Ballast, so scheint es nach einem wachstumsträchtigen ersten Quartal 2020. Das Unternehmen sieht auch für das laufende Gesamtjahr weiteres starkes Wachstum.

Kaum gebremstes Wachstum, auch und gerade in der Krise, das hat bei deutschen Konzernen derzeit Seltenheitswert. Der Pharma- und Laborausrüster Sartorius schafft aber wohl genau das.

Sartorius hat im ersten Geschäftsquartal sogar deutlich besser abgeschnitten als am Markt erwartet. Und das Unternehmen wird für den Rest des Jahres mit Blick auf seine Zukäufe optimistischer. Das erwartete Umsatzwachstum in diesem Jahr liege nun bei 15 bis 19 Prozent, teilte das MDax-Unternehmen am Dienstag in Göttingen mit.

Auch die Marge steigt weiter

Zuvor war das Unternehmen noch von zehn bis 13 Prozent ausgegangen. Die Ebitda-Marge soll weiterhin auf rund 27,5 Prozent steigen, 2019 lag sie bei 27,1 Prozent. Aufgrund der andauernden Corona-Pandemie stehe die Prognose unter größerer Unsicherheit als üblich, hieß es weiter.

Im ersten Geschäftsquartal steigerten die Göttinger ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 17 Prozent auf 509,9 Millionen Euro. Zwar wies Sartorius darauf hin, dass die Vergleichswerte aus dem Vorjahr moderat ausgefallen sind. Analysten hatten trotzdem deutlich weniger erwartet. Der Auftragseingang legte um rund 30 Prozent auf 629,4 Millionen Euro zu. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um gut ein Fünftel auf 137,9 Millionen Euro. Unter dem Strich stieg der Gewinn um 17,5 Prozent auf 57,1 Millionen Euro.

Dividende auf dem Prüfstand

Ganz ohne Unwägbarkeiten ist das Geschäft aber auch für das Unternehmen nicht, das in mehr als 100 Länder seine Produkte verkauft. Sartorius stellt seine Dividende zur Disposition. "Wir gehen davon aus, uns noch für einige Zeit auf erhebliche Unsicherheiten und Risiken einstellen zu müssen", sagte Konzernchef Joachim Kreuzburg am Dienstag bei der Vorlage der Geschäftszahlen zum ersten Quartal. Daher werde das Management den bisherigen Dividendenvorschlag von 0,71 Euro je Vorzugsaktie und 0,70 Euro je Stammaktie möglicherweise herunterschrauben. Kreuzburg sieht in der derzeitigen Situation zugleich auch zusätzliche Chancen "zur weiteren Verstärkung mit innovativen Technologien".

Seine diesjährige Hauptversammlung will Sartorius wegen der Coronavirus-Pandemie online ausrichten. Die Hauptversammlung sollte ursprünglich am 26. März stattfinden.

Aktie weiter auf Rekordfahrt

Die Aktie von Sartorius startet am Dienstag annähernd auf Vortagesniveau in den Handel. Der Titel hat die "Corona-Kursdelle" bereits wieder ausgeglichen und notiert mit derzeit 248,50 Euro in der Nähe seines Rekordstandes.

AB