Labor im Göttinger Unternehmen Sartorius

Prognose angehoben Sartorius ist nicht zu bremsen

Stand: 19.07.2019, 08:20 Uhr

Während zahlreiche deutsche Firmen vor einem Gewinn- und Umsatzrückgang warnen, zeigt sich der Göttinger Laborausrüster unverändert zuversichtlich - und hebt seinen Ausblick für dieses Jahr sogar an.

"Im Hinblick auf die weitere Entwicklung sind wir sehr zuversichtlich und erwarten für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von zehn bis 14 Prozent anstelle der bisher prognostizierten sieben bis elf Prozent", sagte Konzernchef Joachim Kreuzburg. Dabei rechnet das Unternehmen weiterhin mit einer Marge von 27 Prozent der Gesamterlöse.

Wie unverändert stark die Nachfrage nach Technologien zur Herstellung von Biopharmazeutika weiterhin ist, zeigt ein Blick auf die Bilanz des zweiten Quartals. Sowohl Umsatz als auch Gewinn legten kräftig zu. So kletterte der um Wechselkurseffekte bereinigte Umsatz um knapp 16 Prozent auf 894,7 Millionen Euro.

Ergebnis steigt um 25 Prozent

Sartorius ist in allen Regionen zweistellig gewachsen: Mit einem Umsatzanstieg von knapp 20 Prozent auf 224,5 Millionen Euro verzeichnete die Region Asien/Pazifik die dynamischste Entwicklung, gefolgt von der Region Amerika, die ihre Umsätze um 18,9 Prozent auf 308,2 Millionen Euro steigern konnte. Auch in der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika), auf die weiterhin der größte Anteil des Konzernumsatzes entfiel, expandierte das Unternehmen mit einem Plus von 11,4 Prozent auf 362,0 Millionen Euro deutlich.

Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um 25,4 Prozent auf rund 237,6 Millionen Euro. Damit lag die entsprechende Marge bei 26,6 Prozent, über dem Vorjahreswert von 25,0 Prozent. Als bereinigter Gewinn blieben 101,5 Millionen Euro hängen, nach rund 80 Millionen in den ersten sechs Monaten des Vorjahres.

Aktie auf neuem Rekordhoch

Wie gut es Sartorius geht, zeigt auch ein Blick auf die Auftragseingänge: Sie stiegen um 18,7 Prozent auf 974,3 Millionen Euro. Joachim Kreuzburg zeigte sich mit dem bisherigen Jahresverlauf sehr zufrieden. Er verwies jedoch darauf, dass die beiden Sparten eine unterschiedliche Wachstumsdynamik hätten. So habe sich das Wachstum im Laborgeschäft aufgrund des schwächeren konjunkturellen Umfelds verlangsamt.

Bei den Anlegern kommt die Anhebung der Prognose gut an. Die Aktie kletterte am Morgen auf der Handelsplattform Tradegate auf ein neues Rekordhoch von 190 Euro. Damit hat das im MDax und TecDax notierte Papier seit Jahresbeginn um gut 70 Prozent zugelegt.

lg