Mitarbeiter im Sartorius-Labor

Aktie fällt weiter Sartorius: Gefallener Engel mit starkem Wachstum

Stand: 23.10.2018, 09:31 Uhr

Bis vor wenigen Wochen kannte das Sartorius-Papier nur eine Richtung: aufwärts. Das hat sich geändert. Auch die frischen Neunmonatszahlen können die Anleger nicht locken – im Gegenteil.

Die im MDax und TecDax notierte Sartorius-Aktie knickt nach den Zahlen um rund sechs Prozent auf 111 Euro ein. Erst im August erreichte das Papier bei 158,60 Euro ein Rekordhoch, seitdem ging es rückwärts. Gleichwohl bleibt die längerfristige Performance sehenswert. Im Verlauf der vergangenen zwölf Monate verteuerten sich Sartorius trotz des Einbruchs um rund 40 Prozent.

Sartorius VZ: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
152,90
Differenz relativ
+0,53%

Die frischen Zahlen nahmen Investoren zum Anlass, erneut den Verkaufsknopf zu drücken. Dabei sehen sie zunächst recht beeindruckend aus. In den ersten neun Monaten stieg der Umsatz um 13,4 Prozent auf 1,15 Milliarden Euro. Das Ebitda erhöhte sich um 15 Prozent auf 294,2 Millionen Euro. Der Auftragseingang stieg um 13,3 Prozent auf 1,22 Milliarden Euro.

"Sartorius hat in den ersten neun Monaten 2018 ein sehr gutes organisches Wachstum erzielt", sagte Vorstandschef Joachim Kreuzburg.

Laborsparte schwächelt

Aber es gibt auch schlechte Nachrichten, die den Anlegern gar nicht gefallen. Zwar bestätigte der Laborausrüster die Jahresziele, der Konzern kürzte aber die Prognose der Laborsparte. Während das starke Bioprozess-Geschäft mit Blick auf das Gesamtjahr wohl negative Überraschungen verhindere, dürfte das schwache Laborgeschäft umgekehrt eine positive Überraschung ebenfalls ausschließen, bemängelten Händler.

Sartorius hatte im Sommer das Umsatzziel angehoben und erwartet 2018 einen Zuwachs von zwölf bis 15 Prozent. Die operative Umsatzrendite soll um rund 0,5 Prozentpunkte auf 25,1 Prozent steigen.

ts