Bill McDermott
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Guter Ausblick lässt Aktie steigen SAP schnappt sich Marktanteile

Stand: 24.04.2018, 08:44 Uhr

Der Software-Konzern hat ein überzeugendes erstes Quartal hinter sich gebracht. Das Cloud-Geschäft brummt, die Aussichten sind heiter. Allein der starke Euro belastet die Kennziffern.

Mit 5,26 Milliarden Euro stagnierte der Umsatz im ersten Quartal annähernd - in Euro gerechnet. Das Dax-Schwergewicht ist dabei "organisch", also in den jeweiligen Heimatwährungen um neun Prozent gewachsen, das ist ein wenig mehr als Analysten erwartet hatten.

"Okay", oder "einfach nur wow"?

Bemerkenswert an der Erlösstatistik wieder einmal das Cloud-Geschäft, in dem SAP Software-Produkte zur Unternehmenssteuerung für Firmen der Daten-"Wolke" auf Abruf anbietet: Hier kletterten die Umsätze um 31 Prozent und übersprangen mit 1,07 Milliarden Euro erstmals die Hürde von einer Milliarde in einem Dreimonatszeitraum.

Auch auf der Ergebnisseite lieferten die Walldorfer Zahlen ab, die nach ersten Händlerstimmen, zumindest "okay" waren. Vorstandschef Bill McDermott bezeichnete sie sogar als "einfach nur wow". Das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis wurde um 14 Prozent auf knapp 1,24 Milliarden Euro gesteigert. Netto verdiente SAP nach 530 Millionen Euro nun 708 Millionen Euro im Quartal.

Harte Konkurrenz für Salesforce und Oracle

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Besonders hingerissen zeigte sich McDermott von der Tatsache, das SAP im angestammten Bereich für Software zur Unternehmenssteuerung, aber auch bei Kundenmanagement-Software (CRM) weltweit Marktanteile hinzu gewinnt. Man sei zuletzt viel stärker als die Rivalen Salesforce und Oracle gewachsen. Erst kürzlich hatte SAP für 2,4 Milliarden Dollar die US-Firma Callidus übernommen, um dem Erzrivalen Salesforce mehr Konkurrenz zu machen.

Dazu passt auch der Ausblick, den SAP am Dienstagmorgen für das laufende Geschäftsjahr formulierte. 2018 sollen die Konzernumsätze nun zwischen 24,8 und 25,3 Milliarden Euro liegen, statt der bisher in Aussicht gestellten 24,6 bis 25,1 Milliarden Euro.

Aktie mit Nachholbedarf

Der Aktie tut das Zahlenwerk am Dienstag gut, sie steigt bereits im vorbörslichen Handel um 1,5 Prozent. Der wertvollste Dax-Konzern mit dem bestverdienenden Chef an der Spitze hat allerdings in den vergangenen Monaten mit dem Gesamtmarkt Federn lassen müssen. Auf Sicht von drei Monaten liegt der Titel rund sechs Prozent im Minus, ähnlich wie der Dax.

AB