v.l.: Christian Klein, Bill McDermott, Jennifer Morgan
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Fokus auf das vierte Quartal SAP: Rückenwind für die neuen Bosse

Stand: 21.10.2019, 11:52 Uhr

Die neuen SAP-Chefs Christian Klein und Jennifer Morgan sind mit starkem Wachstum des zukunftsträchtigen Cloud-Geschäfts im Rücken ans Werk gegangen. Im bereits laufenden Schlussquartal will das Duo den Erfolg ausbauen.

"In aller erster Linie fokussieren wir uns auf dieses Quartal", sagte Jennifer Morgan, die den Konzern zusammen mit Christian Klein nach dem überraschenden Abgang des langjährigen Konzernchefs Bill McDermott seit zehn Tagen führt. Das vierte Quartal ist für den Konzern das saisonal wichtigste. "Nach dem starken und guten dritten Quartal ist uns vor allem Kontinuität wichtig", sagte Co-Chef Klein in einer Telefonkonferenz.

Darüber hinaus verfolgten sie weiter das Ziel, die komplexen Produkte und Prozesse des Marktführers für Software zur Firmensteuerung einfacher zu machen. "Es ist sehr wichtig, Kontinuität zu wahren", ergänzte Klein. Sie hätten SAP mit einem starken Fundament übernommen. Das zeigen die jüngsten Quartalszahlen: Im abgelaufenen Quartal legte der Umsatz von SAP bereinigt um Währungs- und Sondereffekte um zehn Prozent auf 6,8 Milliarden Euro zu. Das operative Ergebnis stieg um 15 Prozent auf 2,09 Milliarden Euro.

Was genau Morgan und Klein mit SAP vorhaben, wollen sie am Kapitalmarkttag am 12. November erklären. McDermott steht ihnen noch bis Ende des Jahres als Ratgeber zur Seite.

Partnerschaft mit Microsoft lohnt sich

Besonders gut lief es im wichtigen Cloud-Geschäft. Wie ein Turbo für das ohnehin schon stark wachsende Geschäft mit Cloud-Software, die per Abonnement über das Internet bezogen wird, wirkte eine im Mai angekündigte Partnerschaft mit dem US-Softwareriesen Microsoft.

Christian Klein, SAP

Christian Klein. | Bildquelle: Unternehmen

Die Vertriebsvereinbarung, die SAP auch zu den Cloud-Plattformen von Amazon und Google abgeschlossen hat, steuerte allein von Microsoft im abgelaufenen Quartal 18 Prozentpunkte zum Anstieg des Neugeschäfts bei. Insgesamt schnellte das um 39 Prozent auf 572 Millionen Euro. Der Vertrag hat eine Laufzeit von drei Jahren, Erlöse fließen ab dem vierten Quartal. SAP könne damit seine Cloud-Lösungen über die Vertriebskanäle von Microsoft verkaufen, erklärte Morgan.

Mit dem unter McDermott eingeleiteten Umschwung zu Cloud-Software wächst das Geschäft mit traditioneller Software kaum noch: Der Lizenzerlös schrumpfte von Juli bis September bereinigt um vier Prozent auf 932 Millionen Euro. Der Cloud-Umsatz dagegen schnellte um ein Drittel hoch auf fast 1,8 Milliarden Euro.

Jennifer Morgan

Jennifer Morgan. | Bildquelle: Unternehmen, Montage: boerse.ARD.de

Verschuldung abbauen

Kontinuität lautet das Motto auch für die Finanzen von SAP, wie Finanzchef Luka Mucic betonte. Innerhalb der nächsten Jahre soll die mit der jüngsten Übernahme stark gestiegene Verschuldung abgebaut werden. Insgesamt lagen die Schulden mit 29,5 Milliarden Euro fast sieben Milliarden höher als vor Jahresfrist. "SAP wird weiterhin eine der konservativsten Bilanzen der Branche haben", versicherte Mucic.

Über Details auch zum angekündigten Aktienrückkauf wolle er die Investoren im November informieren.

ts