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SAP Serverraum

Euroschwäche als Umsatztreiber SAP macht Hoffnung

Stand: 20.04.2016, 09:30 Uhr

Der Software-Konzern hat am Morgen endgültige Zahlen zum ersten Quartal vorgelegt. Der deutlich gestiegene Nettogewinn und eine optimistische Umsatzprognose für das Gesamtjahr helfen der SAP-Aktie allerdings nicht.

Im frühen Geschäft werden die Papiere des Walldorfer Software-Riesen rund 0,7 Prozent niedriger gehandelt. Wie der Dax-Konzern am Morgen mitgeteilt hat, wurde der Nettogewinn deutlich, um 38 Prozent, auf 570 Millionen Euro im ersten Quartal gesteigert. Allerdings hatten im Vorjahr Aufwendungen für Übernahmen und ein aktienbasiertes Bonusprogramm den Überschuss belastet.

Nordamerika-Geschäft mit Fragezeichen

Operativ hatte SAP 28 Prozent mehr verdient, dies hatte das Unternehmen bereits Anfang April gemeldet. Während die Ergebnisseite die Experten eigentlich positiv gestimmt hatte, sorgte die Umsatzentwicklung vor zwei Wochen für eine Belastung der Aktie: SAP hat im ersten Dreimonatszeitraum des Jahres seine Erlöse wegen schwacher Software-Lizenzverkäufe nur um fünf Prozent auf 4,73 Milliarden Euro gesteigert. Vor allem die Region Nordamerika hat im traditionell schwachen Quartal für die Branche geschwächelt.

Analysten gehen allerdings davon aus, dass SAP bereits im zweiten Quartal bereits wieder Boden gutmachen wird. Vor allem deshalb, weil einige Software-Verkäufe, die bereits im diesem Zeitraum gebucht wurden, erst im zweiten Quartal als Umsätze bilanziert werden.

Euroschwäche als Stärke

Darüber hinaus rechnet das Softwarehaus aber auch mit einem Sondereffekt, der die Erlöse, aber auch die Ergebnisse antreiben soll: Der schwache Euro, besonders gegenüber dem US-Dollar wird nach den Schätzungen einen zusätzlichen Effekt in der Größenordnung von einem bis drei Prozent für das Unternehmen bringen, und zwar sowohl bezogen auf den Umsatz als auch auf das operative Ergebnis.

Die Experten hatten nach den vorläufigen Zahlen bereits überwiegend ihre Kaufempfehlungen für den Titel beibehalten. Die britische Barclays Bank etwa hält einen Kurszuwachs auf 100 Euro für die Aktie binnen eines Jahres für möglich. Am Morgen dürfte der Titel bei rund 71,50 Euro eröffnen.

AB