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Starkes Cloud-Geschäft SAP liefert Gewinnsprung

Stand: 24.04.2019, 14:25 Uhr

Der Softwarekonzern hat im ersten Quartal unerwartet kräftig verdient. Vor allem das Cloud-Geschäft brummt wie nie zuvor. Beflügelt von den guten Zahlen hebt das Unternehmen gleich seine Jahresziele an.

Für 2019 geht SAP nun von einem währungsbereinigten Anstieg des bereinigten Betriebsergebnisses um 9,5 bis 12,5 Prozent auf 7,85 bis 8,05 Milliarden Euro aus. Bislang hatte der Dax-Konzern einen Anstieg um 7,5 bis 11,5 Prozent in Aussicht gestellt. Auch für das kommende Jahr ist SAP optimistischer als zuvor und rechnet nun mit einem Betriebsergebnis zwischen 8,8 und 9,1 Milliarden Euro statt 8,5 bis 9,0 Milliarden.

Im ersten Quartal legte das bereinigte Betriebsergebnis um 19 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro zu, währungsbereinigt stand ein Plus von 13 Prozent zu Buche. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg auf 1,37 Milliarden gerechnet. Der Umsatz kletterte um 16 Prozent auf 6,12 Milliarden Euro. Dabei sind besonders die Einnahmen aus dem Cloudgeschäft kräftig gestiegen - und zwar um 48 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro. Gemeinsam mit den Softwareerlösen erwirtschaftete dieser Geschäftsbereich 5,1 Milliarden Euro und damit den Löwenanteil am Konzernumsatz.

Verluste wegen Stellenabbau

Auch die operative Marge konnte SAP verbessern: Sie lag bei 24 Prozent nach 23,5 Prozent vor Jahresfrist. Der operative Cashflow stieg auf 2,80 Milliarden Euro. Gleichwohl weist der der Konzern für das erste Quartal einen Verlust (IFRS) von 136 Millionen Euro aus.

Unterm Strich belief sich das Minus zwischen Januar und März auf 108 Millionen Euro nach 708 Millionen Euro Gewinn im Vorjahreszeitraum, wie SAP am Mittwoch in Walldorf mitteilte. Grund für den Verlust ist der angekündigte Stellenabbau - für den SAP im ersten Quartal Kosten in Höhe von 886 Millionen Euro verbuchte. Zu Belastungen führte auch die Übernahme von Qualtrics.

Schwarze Zahlen im Gesamtjahr

Auf das Gesamtjahr gesehen werde SAP aber schwarze Zahlen schreiben, versicherte Finanzchef Luka Mucic. Der Softwarekonzern hatte im Januar angekündigt, in diesem Jahr rund 4.400 Mitarbeiter umzuschulen, auf andere Positionen zu versetzen und in einigen Fällen auch mit Abfindungen in den Vorruhestand zu schicken, damit die Firma mit den Veränderungen in der Technologiebranche mithalten könne.

Bis Anfang Mai können sich Beschäftigte noch für ein freiwilliges Abfindungsprogramm anmelden. Trotzdem soll die Mitarbeiterzahl weiter wachsen. Zuletzt hatte SAP rund 98.700 Beschäftigte, kommendes Jahr könnten es nach den Worten von Vorstandschef Bill McDermott 105.000 sein.

An der Börse kommen die Zahlen gut an. Auf Xetra steigt die SAP-Aktie am Nachmittag um zehn Prozent, und ist damit der stärkste Wert im Dax. Dabei hat sie seit ihrem Tief Anfang Januar bereits 25 Prozent zugelegt.

Hedgefonds Elliott steigt bei SAP ein

Befeuert wird das Papier auch von der Meldung über einen Einstieg des US-Investors Paul Singer und dessen Hedgefonds Elliott bei SAP. Die Beteiligung hat nach Angaben von Elliott einen Wert von 1,2 Milliarden Euro, das sind knapp ein Prozent des aktuellen Börsenwertes des Walldorfer Konzerns von rund 130 Milliarden Euro. In den USA ist Elliott unter anderem am Online-Händler Ebay oder am Computerbauer Dell beteiligt. "Elliott unterstützt die heute bekannt gegebenen Initiativen vollumfänglich", erklärte der Hedgefonds. Es sei für den Konzern nun an der Zeit, die Früchte aus den vergangenen Investitionen zu ernten.

lg