SAP-Chef Bill McDermott
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Kehrtwende geglückt? SAP verspricht: Die Marge macht's bald wieder

Stand: 30.01.2018, 07:28 Uhr

Das Schwergewicht SAP hat die Dax-Berichtssaison eröffnet. Europas größter Softwarekonzern blieb 2017 hinter den Erwartungen zurück, gelobt aber Besserung und peilt 2018 die erste Margensteigerung seit fünf Jahren an.

Die Ertragskraft des Walldorfer Konzerns hatte in den vergangenen Jahren erheblich unter dem schnell wachsenden Geschäft mit Software zur Miete aus dem Internet gelitten.

Teure Investitionen für Rechenzentren und maßgeschneiderte Cloud-Kundenlösungen zehrten an der operativen Marge. Im Gesamtjahr 2017 sank diese von 30 Prozent im Vorjahr auf 28,9 Prozent.

Rosiger Blick in die Zukunft?

Doch im vierten Quartal machte SAP erstmals seit langer Zeit wieder Fortschritte bei der Marge. Die Umsatzrendite des um Sondereffekte bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern verbesserte sich währungsbereinigt auf 35,2 Prozent.

Damit konnte das Dax-Schwergewicht die Erwartungen der Analysten minimal übertreffen, die mit 35,1 Prozent gerechnet hatten.

Finanzchef Luka Mucic kündigte an: "Wir werden die Marge nun konstant ausbauen." Firmenchef Bill McDermott ergänzte: "Die Zukunft könnte nicht besser sein."

Lizenzgeschäft ist nicht der Bringer

Der Blick in die Vergangenheit fällt indes ein wenig enttäuschend aus. So konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr die Zuwächse in der zukunftsträchtigen Cloud-Sparte die Einbußen im traditionellen Lizenzgeschäft nur knapp ausgleichen.

Im vierten Quartal legte der Gesamtumsatz nur noch um einen Prozent auf knapp 6,81 Milliarden Euro zu – und blieb damit hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Das Betriebsergebnis stagnierte bei 1,964 Milliarden Euro, auch hier verfehlte SAP den Marktkonsens. Einzig das im Jahresvergleich um 17 Prozent gestiegene Nettoergebnis fiel mit 2,136 Milliarden Euro besser aus als erwartet.

Milliardenübernahme in den USA

Bereits zuvor hatte der deutsche Softwareriese am Dienstagmorgen bekannt gegeben, dass er sich mit der Übernahme des Cloud-Spezialanbieters Callidus Software in den USA stärken wolle. Der Kaufpreis liegt bei 36 Dollar je Aktie. Das entspricht einem Unternehmenswert von 2,4 Milliarden Dollar.

Callidus bietet Software für den Vertrieb vor allem zur Miete aus dem Internet an und ist der erste Milliardenzukauf von SAP seit der Übernahme von Concur 2014. Firmenchef McDermott betonte allerdings, der milliardenschwere Zukauf von Callidus Software sei nicht der Beginn einer Zukaufswelle. SAP wolle weiterhin organisch wachsen.

An der Börse kommt diese Flut von Neuigkeiten aus dem Hause SAP unterm Strich ganz gut an: Die SAP-Aktie dreht nach anfänglichen Verlusten leicht ins Plus - und hält sich damit deutlich besser als der Markt.

ag

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