Zwei SAP-Schriftzüge bei Nacht
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Geschäftszahlen vorgelegt SAP: Wo bleibt die Marge?

Stand: 29.01.2019, 11:24 Uhr

SAP, der wertvollste Dax-Konzern, hat auch im vierten Quartal seine Erlöse aus dem Cloud-Geschäft um ein Drittel gesteigert. Allerdings ist die Marge nur geringfügig gestiegen. Die Anleger sind enttäuscht.

Die SAP-Aktie verlor knapp drei Prozent und war Dax-Schlusslicht. Tatsächlich hat SAP trotz rasant wachsender Einnahmen aus dem Cloudgeschäft die Profitabilität kaum steigern können. Die Ausrichtung auf Softwareprogramme zur Miete aus dem Internet hatte den Konzern lange viel Geld gekostet, im vergangenen Jahr sollte die operative Marge aber erstmals seit 2013 wieder zulegen.

Nominell sei die Marge des um Sondereffekte bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern auch um 0,1 Prozentpunkte auf 29 Prozent gestiegen, teilte der Dax-Konzern am Dienstag in Walldorf mit. Analysten hatten mit einem etwas stärkeren Zuwachs der Marge gerechnet. Unter gleichen Bedingungen wie im Vorjahr sie die Marge aber konstant geblieben, sagte Finanzchef Luka Mucic in einer Telefonkonferenz.

Südamerika belastet

SAP-Chef Bill McDermott

Bill McDermott . | Bildquelle: picture alliance / Uwe Anspach/dpa

Unter anderem die hohen Inflationsraten den südamerikanischen Ländern Venezuela und Argentinien hätten belastet, sagte der Manager. Im traditionell starken Schlussquartal machte SAP dank starker Lizenzverkäufe viel Boden gut. "Die SAP hat 2018 alle Prognosen erfüllt oder übertroffen, obwohl wir diese mehrfach angehoben haben", sagte Vorstandschef Bill McDermott.

Das bereinigte operative Ergebnis kletterte 2018 im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 7,17 Milliarden Euro, der Umsatz legte um fünf Prozent auf 24,71 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich stieg der Gewinn um ein Prozent auf 4,09 Milliarden Euro geringer, unter anderem weil SAP mehr Steuern zahlen musste.

Weiter kräftiges Wachstum erwartet

Damit hat SAP die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Sie hatten mit einem Überschuss von etwas weniger als vier Milliarden Euro gerechnet, nachdem dieser Wert 2017 noch knapp darüber gelegen hatte.

Auch im laufenden Jahr strebt SAP dank der Software zur Miete aus dem Internet weiter kräftiges Wachstum an. Der Auftragseingang habe im Gesamtjahr 2018 erstmals zehn Milliarden Euro übertroffen, sagte Finanzchef Luka Mucic. "Durch diese ausgezeichnete Geschäftsentwicklung sind wir bestens für weiterhin starkes profitables Wachstum im Jahr 2019 und darüber hinaus aufgestellt."

Ergebnis soll 2019 schneller steigen

Das Unternehmen erwartet, in diesem Jahr die Erlöse aus Cloud-Subskriptionen und Support (Non-IFRS, währungsbereinigt) um bis zu 39 Prozent und die Cloud- und Softwareerlöse (Non-IFRS, währungsbereinigt) um bis zu 10 zu steigern. Das Betriebsergebnis dürfte um bis zu 11,5 Prozent wachsen – stärker als die Umsatzerlöse. Für 2023 hat sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, die Cloud-Erlöse zu verdreifachen, so dass sich die Gesamtumsätze auf über 35 Milliarden Euro steigern sollen.

lg