SAP-Chef Bill McDermott

"Nur" noch 11,75 Millionen Euro SAP-Chef verdient elf Prozent weniger

Stand: 28.02.2019, 15:54 Uhr

Im vergangenen Jahr haben vier Chefs der 30 Dax-Konzerne mehr als zehn Millionen Euro verdient. Zu den Spitzenverdienern gehört SAP-Chef Bill McDermott. Der bekommt jetzt allerdings elf Prozent weniger und damit "nur" noch 11,75 Millionen Euro.

Daimler AG-Chef Dieter Zetsche nachdenklich

Daimler AG-Chef Dieter Zetsche. | Bildquelle: Imago

Im Vorjahr hatte McDermott 13,2 Millionen Euro erhalten. Wirklich hart treffen wird der Rückgang ihn wohl nicht. Schließlich wäre der Amerikaner nach den aktuellsten Zahlen aus dem Jahr 2017 auch weiterhin der Topverdiener unter den Dax- und MDax-Unternehmen. Daimler-Chef Dieter Zetsche etwa bekommt für 2018 nur rund die Hälfte - knapp sechs Millionen Euro.

Die Zuwendungen für den gesamten SAP-Vorstand stiegen dagegen um knapp sieben Prozent auf 43,95 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht fürs vergangene Jahr hervorgeht, den der Softwarekonzern am Donnerstag veröffentlicht hat. Die Verdienste von McDermotts Kollegen liegen in etwa im Durchschnitt anderer Dax-Vorstände.

SAP erklärt die weiterhin hohe Vergütung damit, dass der Vorstand die "anspruchsvolle Aufgabe" habe, ein "globales Unternehmen in einer schnellebigen Branche zu führen". Darüber hinaus müsse die Bezahlung im Wettbewerb mit Google oder Microsoft konkurrenzfähig bleiben.

Langfristige Boni sorgen für große Differenz

Grund für den Rückgang bei McDermotts Gehalt sind vor allem die langfristigen variablen Vergütungsbestandteile. Diese machen einen Großteil der Summe aus und orientieren sich unter anderem am laufenden Ergebnis - sowie am Aktienkurs von SAP - auch im Vergleich zu dem der direkten Konkurrenten.

Die Manager bekommen nur einen Teil der Vergütung direkt ausgezahlt, die langfristigen Boni erhalten sie erst nach Ablauf einer Frist von vier Jahren. Daher ist die Differenz zwischen 2017 und 2018 beim tatsächlich bezahlten Gehalt des SAP-Chefs noch größer.

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Statt 21,79 landeten so "nur" 9,78 Millionen Euro auf seinem Konto, da der Manager im Vorjahr noch die Anteile aus mehreren langfristigen Vergütungsprogrammen ausgezahlt bekommen hatte. Dank der starken Entwicklung der Aktien kletterten sie auf einen historischen Spitzenwert. Im September hatte das SAP-Papier sein Rekordhoch von 107,80 Euro erreicht.

Mitarbeiter scheinen zufrieden

Im Geschäftsbericht geben die Konzerne noch weitere Kennzahlen an. Die für die Softwarebranche so wichtige Mitarbeiterzufriedenheit lag zum Beispiel im vergangenen Jahr erneut auf hohem Niveau. Der sogenannte Engagement-Index betrug 84 Prozent nach 85 Prozent im Vorjahr. Ihr Erfolg hängt nicht nur von motivierten Programmierern, sondern auch von guten Verkäufern und Beratern ab.

Die Mitarbeiterbindung lag bei knapp 94 Prozent. Der Wert könnte in diesem Jahr sinken. SAP plant ein neues Umbauprogramm, 4.400 der 96.500 Beschäftigten sollen zu einem Wechsel innerhalb des Unternehmens oder auch weg von SAP bewegt werden. Ende des Jahres will SAP trotzdem mehr als 100.000 Menschen beschäftigen.

tb

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SAP-Chef Bill McDermott

Platz eins: Bill McDermott, SAP: Mit einer Gesamtvergütung von 12,87 Millionen Euro belegt SAP-Boss Bill McDermott wie schon im vergangenen Jahr den ersten Platz. Im Schnitt verdiente man als Vorstandsmitglied bei SAP 5,56 Millionen. Der Durchschnitt im Dax liegt nach Angaben der DSW bei 3,55 Millionen Euro