SAP Zentrale

US-Firmen vorn, Chinesen holen auf SAP bleibt Europas wertvollste Marke

Stand: 30.06.2020, 15:20 Uhr

Die größten und wichtigsten Marken der Weltkonzerne sind Corona-resistent, das hat die aktuelle Studie des Marktforschungs-Unternehmens Kantar ergeben. Der Wert der teuersten Marken ist in den vergangenen Monaten sogar noch gestiegen. Deutsche Marken haben es aber schwer.

Der Software-Konzern aus Walldorf kann seine Position als wertvollste Marke behaupten. Mit einem vom britischen Marktforscher Kantar ermittelten Markenwert von 57,6 Milliarden Euro ist die "Marke SAP" die Nummer eins auf dem Kontinent. Insgesamt rangiert SAP damit aber nur auf Platz 17 - das ist eine Position schlechter als im Vorjahr.

Bei den weiteren wichtigen deutschen Marken geht es deutlicher bergab. Der Markenwert der Telekom sank um 16 Prozent, bei der Platzierung ging es vom 25. auf den 32. Platz bergab. Ähnlich bei den Automarken Mercedes Benz (von Platz 54 auf 56) und BMW (von 55 auf 61): Made in Germany scheint im globalen Maßstab an Wert zu verlieren.

US-Giganten vorne

Ganz vorne können die deutschen Marken und ihrer Hersteller ohnehin nichts ausrichten. Mit einem Markenwert von 420 Milliarden Dollar liegt Amazon an der Spitze der Liste, gefolgt von Apple. Microsoft hat auch dank der gestiegenen Nachfrage nach seinen Produkten in der Corona-Krise Google auf Rang drei verdrängt.

Ein Viertel der wertvollsten 100 Marken stammt inzwischen aus China. Das Videoportal TikTok ist in seiner ersten Berücksichtigung auf Platz 79 eingestiegen - Markenwert: Knapp 17 Milliarden Dollar. In den Top Ten können sich Alibaba (Platz sechs) und Tencent (Platz sieben) etablieren. Ebenfalls unter die zehn teuersten Marken schafften es noch die beiden Kreditkarten-Unternehmen Visa (Platz fünf), Mastercard (Platz zehn) sowie Facebook (acht) und McDonalds (neun).

Marken verlieren mit Corona nicht an Wert

Der Gesamtmarktwert der führenden Marken hat sich binnen eines Jahres trotz Corona um 277 Milliarden Dollar oder sechs Prozent gesteigert. Laut Kantar sind die Marken in ihrer Bewertung damit deutlich weniger "volatil" als noch während der Finanzkrise ab 2008.

Corona-bedingt deutlich im Wert gewachsen sind Einzelhandelsmarken, vor allem im Zusammenhang mit E-Commerce-Aktivitäten. Die Branche verzeichnete ein Wertwachstum von 21 Prozent. Auch viele Marken aus dem Bereichen Medien und Unterhaltung finden sich unter den 100 "Top-Brands", so zum Beispiel Netflix (Platz 26), Instagram (Platz 29) oder LindedIn (43).

Die Markenwerte ermittelt Kantar per Markt- und Verbraucherforschung und kombiniert die Ergebnisse mit Finanzdaten von Bloomberg und dem "Kantar Worldpanel".

AB