Samsung-Schriftzug in in Seoul, Südkorea

Chip- und Smartphone-Geschäft wackeln Samsung schlägt Alarm

Stand: 26.03.2019, 09:30 Uhr

Schwächer als erwartet wird das laufende Quartal bei dem koreanischen Elektronik-Giganten ausfallen. Samsung verweist bei seiner Gewinnwarnung am Dienstag gleich auf zwei Baustellen im Unternehmen.

Einerseits belasten das Geschäft nach Angaben von Samsung fallende Preise für sein Speicherchips. Samsung ist einer der größten Hersteller der Bauteile, die unter anderem in Smartphones, aber auch in Computern verbaut werden. Die Preise für DRAM-Chips, die vor allem in Servern zum Einsatz kommen, gaben Experten zufolge zum Jahresauftakt im Durchschnitt mehr als 20 Prozent nach.

Schwächelt auch Apple?

Aber auch das Display-Geschäft schwächelt offenbar. Samsung ist hier Hersteller für viele Smartphone-Anbieter, aber auch Produzent von TV-Screens und PC-Monitoren. Das Unternehmen verweist hier auf eine geringere Nachfrage nach seinen Displays. Das könnte auch mit schwächerer Nachfrage nach iPhones zu tun haben, denn auch die Displays der Apple-Geräte stammen von Samsung. Konkretere Angaben zum Geschäftsverlauf will Samsung erst im April machen.

Bereits auf der Hauptversammlung vor einer Woche hatte Firmenchef Kim Ki-nam von einem "schwierigen Jahr" für sein Geschäft mit Bauteilen, darunter Speicherchips, gesprochen. Neben der schwächeren Nachfrage nach Smartphones hatte der Manager auch sinkende Investitionen von Firmen für Datenzentren als Grund angeführt. Das Speicherchip-Geschäft solle aber im zweiten Halbjahr 2019 wieder anziehen.

Operatives Ergebnis halbiert - mindestens

Analysten rechnen bislang für das erste Quartal 2019 beim operativen Ergebnis von Samsung mit einem Rückgang von mehr als 50 Prozent auf umgerechnet 5,6 Milliarden Euro, wie aus Daten von Refinitiv SmartEstimate hervorgeht. Beim Umsatz rechnen die Experten nur noch mit umgerechnet 41,9 Milliarden Euro, nach 47,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Die Samsung-Aktie hatte sich nach einem schwachen Jahr 2018 im laufenden Jahr eigentlich gut erholt. Im Frankfurter Handel hatte sich der Titel von gut 600 auf zuletzt 710 Euro nach oben geschoben. Mit den nun weiter eingetrübten kurzfristigen Aussichten könnte Samsung nun wieder unter Druck kommen.

AB