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Gewinnsprung erwartet Samsung und das boomende Chipgeschäft

Stand: 09.01.2018, 08:09 Uhr

Die beispiellose Korruptionskrise des koreanischen Elektronikkonzerns Samsung hat dem Geschäft nicht geschadet - dank der boomenden Halbleiternachfrage.

Für das vierte Quartal 2017 erwartet Samsung deshalb ein operatives Ergebnis in Rekordhöhe von umgerechnet 11,8 Milliarden Euro (15,1 Billionen Won). Das wären 64 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr rechnet der Hersteller von Smartphones, Speicherchips und Fernsehern mit einem Anstieg um 83,3 Prozent auf 53,6 Billionen Won.

Sollte Samsung diese vorläufigen Zahlen Ende Januar bestätigen, wäre dies ein Anstieg des Gewinnes nach Steuern um 64 Prozent. Vor allem das Halbleitergeschäft, in dem Samsung das mit Abstand beste Ergebnis aller Sparten erzielt, legte zuletzt aufgrund der starken Nachfrage deutlich zu.

Zahlen unter Erwartungen

Die Zahlen des Apple-Rivalen lagen dennoch unter den Erwartungen der von Bloomberg befragten Analysten. Sie waren im Schnitt von 15,9 Billionen Won ausgegangen. Das Ergebnis wurde aber von einer stärkeren Landeswährung und Bonuszahlungen geschmälert. An der Börse in Seoul verbuchte die Aktie entgegen den Trend ein Verlust von 0,9 Prozent.

Beim Umsatz rechnet Samsung im vierten Quartal mit einem Anstieg um 23,8 Prozent auf 51,5 Milliarden Euro (66 Billionen Won). Im ganzen Jahr wird der Umsatz demnach voraussichtlich 239,6 Billionen Won erreichen, nach 201,9 Billionen Won im Jahr davor.

Genaue Geschäftszahlen legt Samsung traditionell erst zu einem späteren Zeitpunkt vor. Unklar ist, wie sich die Nachfrage nach Chips in diesem Jahr entwickelt. Im Smartphone-Bereich ist Samsung durch chinesische Anbieter unter Druck.

Konzept zur Vernetzung vorgestellt

Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas will Samsung ein umfassendes Konzept zur Vernetzung unterschiedlichster Geräte vorstellen. Die Vision schließt nicht nur Computer, Smartphones und Fernseher ein, sondern auch Kühlschränke, Klimaanlagen und Waschmaschinen. Der südkoreanische Konzern kündigte in Las Vegas eine Reihe von Online-Diensten und Apps an, die dieses Konzept in die Praxis umsetzen sollen.

Im Herbst hatte der Leiter des Halbleitergeschäfts von Samsung noch von einer "beispiellosen Krise" im Unternehmen gesprochen. Der Mutterkonzern war in einen Korruptionsskandal um die frühere Staatspräsidentin Park Geun Hye verstrickt. Der Erbe des Samsung-Imperiums und Vizevorsitzende der Elektroniktochter, Lee Jae Yong, verbüßt wegen versuchter Präsidenten-Bestechung und anderer Vergehen eine Haftstrafe. Derzeit läuft sein Berufungsprozess.

lg