Samsung Galaxy Fold

Nur noch halb so hohes Ergebnis Samsung rechnet mit dem Schlimmsten

Stand: 05.07.2019, 10:33 Uhr

Die höheren Zölle wegen des chinesisch-amerikanischen Handelskonflikts treffen die asiatischen Speicherchip-Hersteller hart. Der Samsung-Konzern warnt nun vor einem Ergebniseinbruch im zweiten Quartal.

Den kalten Krieg im Hightech-Bereich bekommt der südkoreanische Tech-Riese zunehmend zu spüren. Das operative Ergebnis sei im zweiten Quartal (April bis Ende Juni) vermutlich um 56 Prozent auf umgerechnet 4,93 Milliarden Euro zurückgegangen, der Umsatz um 4,2 Prozent auf 42,45 Milliarden Euro gesunken, teilte Samsung am Freitagmorgen mit. Die endgültigen Geschäftszahlen werden Ende Juli vorgelegt.

Handelskonflikt bremst Chip-Markt

Samsung dürfte das dritte Quartal in Folge weniger Gewinn einfahren. Dem Konzern setzt der Handelskonflikt zwischen den USA und China zu, der sich auf Smartphone-Verkäufe und Chippreise auswirkt. Die steigenden Zölle dämpft die Nachfrage nach Elektrogütern. Zudem belastet der Streit zwischen Südkorea und Japan über dessen Einsatz von Zwangsarbeitern während des Zweiten Weltkriegs. Japan hat den Export von Materialien zum Bau von Speicherchips und Smartphones an Südkorea beschränkt.

Neben dem übersättigten Speicherchip-Markt leidet Samsung auch unter der zunehmenden Konkurrenz aus China bei Smartphones. Die Südkoreaner setzen nun auf 5G als Hoffnungsträger. Im April hat der Konzern das weltweit erste verfügbare Smartphone mit eingebautem Mobilfunkchip für 5G auf den Markt gebracht. Allerdings gab es einen Rückschlag: Der Start des Falt-Smartphones Galaxy Fold musste nach Medienberichten über brechende Displays verschoben werden.

Keine Anzeichen für Trendwende

An der Börse in Seoul gab die Samsung-Aktie gut ein Prozent nach. "Es gibt noch keine Anzeichen, dass wieder ein Gewinnwachstum bevorsteht", sagte Lee Kyoung-min von Daishin Securities. Der verschärfte Konflikt zwischen China und den USA, die japanischen Exportbeschränkungen und Hinweise auf sich global ausweitende Handelsstreitigkeiten dürften die Erholung verzögern. Zuletzt hat sich die Samsung-Aktie aber wieder aufgerappelt. Seit Anfang Juni legte sie knapp zehn Prozent zu.

nb