Mann putzt Samsung-Logo an einer Glastüre

Sinkende Nachfrage nach Smartphones & Speicherchips Samsung: Schwächesignale trotz Rekordzahlen

Stand: 31.01.2019, 08:57 Uhr

Samsungs Zahlen für das Gesamtjahr sehen zwar ausgezeichnet aus: Sowohl Umsatz als auch Gewinn erreichen Rekordhöhen. Leider lässt die Dynamik im vierten Quartal kräftig nach. Das dämpft die Zukunftsaussichten des koreanischen Elektronikkonzerns.

Die sinkende Nachfrage nach Smartphones und Speicherchips und der schärfere Wettbewerb in der Branche machen Marktführer Samsung trotz Rekordzahlen zunehmend zu schaffen. Im Gesamtjahr 2018 fiel vor allem dank des Halbleitergeschäfts, mit dem das Unternehmen mit Abstand das meiste Geld verdient, zwar ein Reingewinn in Rekordhöhe an. Unterm Strich stand ein Plus von 44,3 Billionen Won (aktuell 34,6 Milliarden Euro). Die Umsätze stiegen 2018 auf das Allzeithoch von 243,77 Billionen Won (190,8 Milliarden Euro)

Im abgeschlossenen vierten Quartal zeigen sich hingegen deutliche Bremsspuren, die auf eine schwächelnde Konjunktur hinweisen. Der Überschuss brach im Jahresvergleich um 31 Prozent auf 8,46 Billionen Won (6,6 Milliarden Euro) ein. Beim Umsatz verzeichnete Samsung einen Rückgang um zehn Prozent auf knapp 59,3 Billionen Won (42,2 Milliarden Euro). Das operative Ergebnis fiel im Jahresvergleich um 28,7 Prozent auf 10,8 Billionen Won.

„Makroökonomische Unsicherheiten“

„Für 2019 erwartet das Unternehmen, dass das Jahresergebnis wegen eines schwächeren Speicher-Geschäfts zurückgeht“, teilte das Management mit. Der Bedarf an Speicherchips dürfte auch im ersten Quartal dieses Jahres weiter schwach bleiben, hieß es. Das Chipgeschäft steht bei Samsung für rund drei Viertel des Betriebsergebnisses.

Samsung Infinity Flex Display

Samsung Infinity Flex Display: Wer sein Phone falten mag, kann das bald tun. | Bildquelle: picture alliance/Eric Risberg/AP/dpa, Samsung, Montage: boerse.ARD.de

Dafür seien neben Saison-Faktoren auch „makroökonomische Unsicherheiten“ sowie eine Reduzierung der Bestände bei Kunden verantwortlich. Dagegen erwartet der Apple-Rivale in der Sparte IT und mobile Kommunikation trotz rückläufigen Absatzes von Smartphones eine Ertragsverbesserung.

Die Nachfrage nach Speicherchips und Displays aus organischen Leuchtdioden (OLED) werde jedoch vermutlich in der zweiten Jahreshälfte anziehen. Grund dafür seien erwartete Aufträge durch Rechenzentren sowie der 5G-Ausbau.

Samsung S9 (l.) und S9+

Samsung S9 (l.) und S9+: Jetzt wartet die Welt auf das S10 . | Bildquelle: Unternehmen

Smartphone-Markt schrumpft  

Bei den Smartphones setzen die Südkoreaner ihre Hoffnung unter anderem auf die Einführung des neuen Spitzenmodells Galaxy S10, das im Februar vorgestellt werden soll, sowie den Start des kommerziellen 5G-Dienstes in Südkorea.

Die Experten des Marktforschers IDC gehen davon aus, dass sich die schwierigen Marktbedingungen im ersten Quartal 2019 fortsetzen. Damit werde auch „die Wahrscheinlichkeit eines rückläufigen Marktes in diesem Jahr immer mehr Realität“. Im vergangenen Quartal hätten die Anbieter 375,4 Millionen Smartphones ausgeliefert, ein Rückgang um 4,9 Prozent im Vergleich zum Jahr davor und eine Abnahme im fünften Quartal nacheinander.

ts/rtr/dpa