Samsung-Schriftzug in in Seoul, Südkorea
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China-Geschäft sorgt für Verdruss Samsung auf der Gewinnbremse

Stand: 08.01.2019, 08:27 Uhr

Kurz nach einer Absatzwarnung des iPhone-Herstellers Apple muss auch der Rivale Samsung der schwächeren Nachfrage Tribut zollen. Im abgelaufenen Quartal ist das Ergebnis heftig zurückgegangen.

Erste Zahlen des Weltmarktführers in Sachen Smartphones und Halbleiter geben einen kleinen Vorgeschmack auf eine wenig erfreuliche Geschäftsentwicklung bei den Koreanern. Die schwächere Nachfrage nach Speicherchips und der schärfere Wettbewerb bei Smartphones hat die Gewinnerwartung bei Marktführer Samsung eingetrübt. In seinem Ergebnisausblick für das vierte Quartal 2018 rechnet man mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses um 29 Prozent im Vergleich zum Jahr davor auf 10,8 Billionen Won (8,4 Milliarden Euro).

Besserung erst in der zweiten Hälfte 2019

Aber auch der Ausblick verheißt nichts Gutes: Das Ergebnis soll auch in den ersten drei Monaten des neuen Jahres aufgrund der schwierigen Bedingungen im Chipgeschäft schwächer ausfallen. Die Situation dürfte sich allgemein in der zweiten Jahreshälfte verbessern, hieß es.

Beim Umsatz geht das Flaggschiff-Unternehmen der Samsung-Gruppe von einem Rückgang um 10,6 Prozent auf 59 Billionen Won aus. Genaue Geschäftszahlen legt Samsung wie üblich erst zu einem späteren Zeitpunkt vor. Samsung spricht in seiner Meldung am Dienstagmorgen von "wachsenden Makro-Unsicherheiten", soll heißen, die konjunkturelle Lage - vor allem im wichtigen Wachstumsmarkt China - hat sich deutlich abgekühlt.

Chip-Preise sacken ab

Während Samsung im Bereich der Smartphones mit immer härterer Konkurrenz von chinesischen Herstellern zu kämpfen hat, führte man schlechtere operative Ergebnis im Speicherchip-Geschäft auf eine "Anpassung der Bestände der Rechenzentren-Kunden zurück". Dies habe nicht nur die Produktlieferung reduziert, sondern auch die Preise stärker als erwartet gedrückt. Mit Chips verdient das Unternehmen mit Abstand das meiste Geld.

Der Gewinn im Smartphone-Geschäft offenbar auch nicht nur wegen schwächerer Absätze, sondern auch wegen höherer Marketingkosten . An den asiatischen Börsen gab die Samsung-Aktie nach den schwachen Zahlen zunächst bis zu zwei Prozent nach. Zuletzt konnte sich das Papier wieder erholen und kostete etwa so viel wie am Montag.

Auch LG unter Druck

Ebenfalls am Dienstagmorgen hat der koreanische Display-, Chip- und Unterhaltungselektronik-Hersteller LG ebenfalls einen Gewinneinbruch vermeldet. Im abgelaufenen Schlussquartal ist das operative Ergebnis um 80 Prozent gefallen. Mit geschätzten 75,3 Milliarden Won (58,7 Millionen Euro) ist das Ergebnis nur ein Bruchteil der von Analysten erwarteten 387 Milliarden Won. Der Umsatz ging vorläufigen Zahlen zufolge um sieben Prozent zurück. Nähere Details und die endgültigen Zahlen legt LG Ende Januar vor.