Samsung Galaxy Fold
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Vor allem bei Halbleitern und Displays Samsung erleidet Gewinneinbruch

Stand: 05.04.2019, 08:10 Uhr

Das tut weh: Wegen fallender Preise bei Speicherchips und einem scharfen Wettbewerb bei Displays und Smartphones hat Samsung im ersten Quartal einen herben Gewinneinbruch erlitten. Doch Besserung ist in Sicht.

Operativ seien von Januar bis März 6,8 Billionen Won (umgerechnet fast 4,9 Milliarden Euro) verdient worden, nachdem im Vorjahr noch ein Betriebsergebnis von 12,2 Milliarden Euro erzielt wurde, wie der südkoreanische Technologiekonzern am Freitag auf Basis vorläufiger Zahlen bekanntgab. Auch der Umsatz wird voraussichtlich um 14,1 Prozent auf rund 41 Milliarden Euro.

Es ist das niedrigste Quartalsergebnis seit mehr als zwei Jahren. Im vorigen Jahr hatten ungewöhnlich hohe Chippreise das Ergebnis auf ein Rekordhoch katapultiert. Samsungs jetzige Vorhersage enttäuschte die bereits gesenkten Erwartungen trotzdem. Analysten hatten mit einem um zehn Prozent höheren Ergebnis gerechnet.

Neuer Rückenwind erwartet

Investoren gehen allerdings davon aus, dass es für Samsung Electronics bereits in der zweiten Jahreshälfte Rückenwind gibt, wenn die Chippreise wieder anziehen. Während Smartphone-Konkurrent Apple ausschließlich Unterhaltungselektronik, Dienstleistungen und Computer im Angebot hat, setzen die Südkoreaner auf ein breites Sortiment, zu dem Fernseher, Hausgeräte, Bildschirme und eben Halbleiter gehören.

Das Chipgeschäft generiert bei Samsung rund drei Viertel des Betriebsergebnisses. Details zu dem Vierteljahr will Samsung Ende April veröffentlichen. Zudem betonte das Unternehmen, dass nicht nur die Preise für Speicherchips stärker gefallen seien als erwartet war, sondern auch die Preise für Displays. Bei denen drücken wachsende Konkurrenz aus China sowie sinkende Nachfrage für Samsungs Flaggschiffprodukt - flexible Displays aus organischen Leuchtdioden (Oleds) - die Gewinnspanne.

5G dürfte Smartphonemarkt anschieben

Derzeit macht die Sättigung auf dem Smartphonemarkt den Südkoreanern doppelt zu schaffen, da sie zum einen Displays für die iPhones von Apple herstellen und zudem ihre eigenen Galaxy-Modelle nicht mehr so häufig über die Ladentische wandern. Apple wie auch Samsung setzt dabei der Wettbewerb durch chinesische Konkurrenten wie Huawei und Oppo zu.

Experten erwarten allerdings, dass die Smartphoneverkäufe schon bald wieder zulegen werden: In diesem Jahr kommen faltbare Smartphones auf den Markt, die zwar sehr teuer sind, aber den Herstellern auch hohe Margen garantieren dürften. Zudem starten in Südkorea und Amerika die neuen superschnellen 5G-Netze.

Die Aktionäre reagierten jedoch gelassen auf den Einbruch. Im Morgenhandel an der Börse in Seoul pendelte der Aktienkurs um den Wert des Vortags. Der Elektronikhersteller hatte die Anleger schon vorigen Monat auf die schlechten Zahlen vorbereitet.

lg