Samsung Galaxy S9 über Haifischen

Weniger Gewinn, weniger Umsatz Samsung: Die fetten Jahre sind vorbei

Stand: 06.07.2018, 09:29 Uhr

Neue Konkurrenten aus China machen Samsung in der Mobilfunksparte das Leben schwer. Nun deutet der Elektronikkonzern das Ende der Rekordserie an, also einen langsameren Gewinnanstieg als in der Vergangenheit. Die Aktie gerät unter Druck.

Das Betriebsergebnis dürfte im Zeitraum von April bis Juni nur um 5,2 Prozent auf 14,8 Billionen Won (umgerechnet rund 11,3 Milliarden Euro) gestiegen sein, teilte der Apple-Rivale am Morgen mit. Damit würde das südkoreanische Unternehmen die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten von 15,3 Billionen Won verfehlen. Im ersten Quartal war das operative Ergebnis noch um mehr als die Hälfte gestiegen.

Beim Umsatz erwartet Samsung gar einen Rückgang um 4,9 Prozent auf 58 Billionen Won. Experten hatten mit 59,7 Billionen Won kalkuliert. Samsung nannte keine weiteren Einzelheiten. Seine detaillierten Zahlen will das Unternehmen Ende Juli der Öffentlichkeit präsentieren.

Starkes Chip-Geschäft

Samsung Galaxy S9+

Samsung Galaxy S9+. | Bildquelle: Unternehmen

Dass das Ergebnis im zweiten Quartal überhaupt noch zugelegt hat, führen Analysten auf das anhaltend starke Chip-Geschäft zurück, mit dem das Flaggschiff-Unternehmen der Samsung-Gruppe mit Abstand das meiste Geld verdient. Dagegen sei der Absatz des neuen Smartphone-Spitzenmodells Galaxy S9 zuletzt geringer als erwartet ausgefallen, berichtete die Agentur Yonhap. Die S9-Reihe wurde Ende des ersten Quartals auf den Markt gebracht.

Der Apple-Rivale bekommt auch weiter kräftig die billige Konkurrenz aus China zu spüren. Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass der Druck auf den südkoreanischen Hersteller in diesem Jahr andauert. Die Anleger reagieren enttäuscht auf die Zahlen. Die bereits seit Jahresanfang unter Druck geratene Samsung-Aktie verliert am Morgen weiter.

HTC trifft es noch härter

Schlechte Nachrichten kommen derweil von dem taiwanesischen Smartphonehersteller HTC. Das Unternehmen streicht 1.500 Arbeitsplätze in seiner Produktion. Damit fällt fast jeder Vierte der weltweit 6.450 Jobs weg. Die Aktie reagierte auf die Ankündigung mit einem Sturz um fast sieben Prozent auf den tiefsten Stand seit Herbst 2015.

HTC kämpft schon länger mit Absatzproblemen. Im Smartphone-Markt setzten sich neben den beiden Spitzenreitern Samsung und Apple zuletzt vor allem chinesische Anbieter durch, der Marktanteil von HTC ist drastisch geschrumpft. Im vergangenen Herbst gab die Firma aus Taiwan bereits 2.000 Smartphone-Entwickler für rund eine Milliarde Dollar an Google ab, wo sie an eigener Hardware des Internet-Konzerns arbeiten sollen.

Neben dem Smartphone-Geschäft ist HTC noch einer der wichtigsten Player bei Brillen für die Anzeige virtueller Realität mit seinem Headset Vive.

lg