Salesforce-Tower in New York

SAP-Konkurrent wächst Salesforce dank Cloud gut in Form

Stand: 05.03.2019, 08:12 Uhr

Das Unternehmen gilt als Pionier im Geschäft mit ausgelagerten Rechenleistungen, der stark umkämpften Cloud. Hier wächst der US-Softwarekonzern auch weiter mit Schwung. Allerdings wird die Konkurrenz stärker - und die Erwartungen der Experten sind hoch.

Trotz guter Wachstumsziffern im abgelaufenen vierten Quartal fiel die Salesforce-Aktie im nachbörslichen US-Handel um rund vier Prozent. Nach dem regulären Handel hatte das Unternehmen seine Geschäftszahlen für den Dreimonats-Zeitraum (bis Ende Januar) vorgelegt.

Leicht unter Prognosen

Und die sehen auf den ersten Blick prächtig aus. Salesforce hat im vierten Quartal seine Erlöse um 26 Prozent auf 3,6 Milliarden Dollar gesteigert. Der Gewinn erhöhte sich um rund 75 Prozent auf 362 Millionen Dollar. Der gute Jahresabschluss macht Salesforce für das laufende Geschäftsjahr sogar noch zuversichtlicher. Der Umsatz soll nun maximal bei 16,05 Milliarden Dollar liegen. Der Schönheitsfehler dabei: Das ist weniger als zuletzt. Und auch die Prognose für das erste Geschäftsquartal blieb hinter den Erwartungen von Analysten zurück.

Das das Wachstum nicht mehr mit der gewünschten Dynamik läuft, liegt freilich vor allem an der starken Konkurrenz: Salesforce muss sich zum einen gegen bekannte Konzerne wie Oracle, Microsoft und eben den Walldorfer Dax-Konzern SAP durchsetzen; zum anderen bedrohen jüngere Wettbewerber wie Workday oder Nutanix das Geschäft.

Cloud wird belagert

Bisher punktet Salesforce vor allem im rasant wachsenden Markt für Kundenmanagement-Software (CRM), den das Unternehmen auch mit dem milliardenschweren Zukauf von Mulesoft stärkte. Allerdings lässt der Wettbewerbsdruck die Ausgaben für Marketing, aber auch Forschung und Entwicklung in die Höhe schnellen. Im Weihnachtsquartal stiegen die operativen Kosten um 32 Prozent.

Salesforce gilt als Pionier im Geschäft mit Anwendungen, die über das Internet bereitgestellt werden. Die Firma bietet seit 1999 Cloud-Produkte an, als Wettbewerber noch fast ausschließlich auf den Verkauf von Lizenzen setzten. Nun profitiert das Unternehmen vom digitalen Wandel und dem allgemeinen Trend, dass Firmen immer mehr Software aus der Datenwolke nutzen, da die Abo-Modelle günstiger und gut skalierbar sind und zudem weniger Speicherplatz benötigt wird.

Experten sind positiv

Analysten sind denn in ersten Einschätzungen durchaus gnädig mit dem Unternehmen und der Aktie: Goldman Sachs hat das Kursziel leicht von 178 auf 179 Dollar angehoben und die Kaufempfehlung für den Titel beibehalten. Und auch die Experten von JPMorgan sehen ein "overweight" bei dem Titel: Sie haben ihr Kursziel sogar von 160 auf 180 Dollar nach oben gesetzt.

AB