Produktion von Achsköpfen für Scheibenbremsen bei SAF-Holland

Zum zweiten Mal in diesem Jahr SAF-Holland warnt schon wieder

Stand: 24.09.2019, 07:39 Uhr

SAF-Holland erwartet für das laufende Jahr einen Umsatz- und Gewinnrückgang. Zum zweiten Mal hat der Nutzfahrzeugzulieferer damit seine Prognosen nach unten korrigiert. Die Anleger reagieren mal wieder enttäuscht.

Nur sechs Wochen, nachdem der Spezialist für Achsen- und Anhängerkupplungen seine Quartalszahlen vorgelegt hatte, blickt er plötzlich pessimistischer in die Zukunft. Wegen der "sich weiter eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen" senkte SAF-Holland am Montagabend seine Umsatzprognose für 2019 auf 1,26 bis 1,3 Milliarden Euro. Das entspricht einer Veränderung zum Vorjahr um null bis minus drei Prozent.

Noch Anfang August hatte SAF-Holland das Wachstumsziel um vier bis fünf Prozent bekräftigt. Die bereinigte Ebit-Marge soll 2019 nun bei 6,0 bis 6,5 Prozent statt den bisher genannten 7,5 Prozent liegen. Daraus errechnet sich ein Ebit (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) von 76 bis 85 Millionen Euro. Für die Anleger kommt die Umsatz- und Gewinnwarnung überraschend. Die Aktie rauscht vorbörslich um über zwölf Prozent in die Tiefe.

Nachlassende Konjunktur

"Unser Marktumfeld hat sich im August weiter deutlich eingetrübt", sagte der neue Vorstandschef Alexander Geis, der im Februar ins Amt gekommen war. Schon damals hatte SAF-Holland mit einem Ausblick enttäuscht und die Prognose gesenkt. Nach acht Jahren an der Spitze legte Detlef Borghardt anschließend sein Amt nieder. Auch da waren die Anleger geschockt und hatten die Aktie auf Talfahrt geschickt.

Der Zulieferer dürfte 2019 ein weiteres Übergangsjahr vor sich haben, schrieb Analystin Yasmin Steilen von der Commerzbank zu Beginn des Jahres. Das SDax-Unternehmen habe Marktanteile an den Konkurrenten Jost Werke verloren.

Und sie sollte Recht behalten. Vor allem in Europa, China und Indien habe die Konjunktur nun weiter nachgelassen, teilte SAF-Holland mit. Das werde sich auch bis Jahresende nicht mehr ändern. Zudem belaste der Handelsstreit und die damit verbundene Marktentwicklung für Trucks und Trailer den Konzern. Zusätzlich rechnet das Unternehmen mit weiteren Abschreibungen im China-Geschäft.

Zuwächse in Amerika helfen kaum

Das im Zeitraum Januar bis August 2019 gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum deutlich verbesserte Ergebnis der Region Amerika habe die niedrigeren Ergebnisbeiträge der sonstigen Regionen nur noch leicht kompensieren können.

Um das operative Ergebnis zu stabilisieren, habe SAF-Holland deshalb beschlossen, "Instrumente zur kurzfristigen Arbeitszeitflexibilisierung zu nutzen", erklärte Geis. Trotzdem sei auch die Prognose für das kommende Jahr nicht mehr zu halten. Für 2020 hatte sich SAF-Holland eine Umsatzrendite von mindestens acht Prozent vorgenommen, die Marke, die ursprünglich schon 2019 zu Buche stehen sollte.

tb/dpa-AFX/rtr