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Aufstiegsträume trotz Kursrutsch S&T will in den MDax

Stand: 30.11.2018, 17:44 Uhr

Beim österreichischen Technologie-Konzern läuft derzeit alles rund.  An der Börse jedoch ist der Kurs unter Druck geraten. S&T-Chef Hannes Niederhauser zeigte sich auf dem Eigenkapitalforum überrascht über den Kurssturz. Lohnt sich die Aktie jetzt?

Vor zweieinhalb Wochen hob S&T die Jahresprognose an. Eigentlich ein Grund zum Jubeln für die Anleger. Doch die Reaktion an der Börse fiel ganz anders aus: Der Kurs des TecDax-Unternehmens rauschte um gut 20 Prozent nach unten.

Niederhauser überrascht über die Börsen-Reaktion

Vorstandschef Niederhauser versteht die Welt nicht mehr. "Keine der Zahlen war enttäuschend", sagte er gegenüber boerse.ARD.de am Rande des Eigenkapitalforums. Seit mehreren Jahren hätte das Unternehmen Umsatz und Profit deutlich gesteigert und die Pläne stets erfüllt oder sogar übererfüllt, meinte er. Offenbar wollten an diesem Tag die Anleger einfach nur raus aus Tech-Aktien.

Dem Technologie-Konzern geht es sonst blendend. In den ersten neun Monaten des Jahres wuchs S&T zweistellig. Der Umsatz kletterte um 12 Prozent auf 660 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich um gut ein Drittel auf 57,2 Millionen Euro.

Im Industrie 4.0-Fieber

S&T-Chef Hannes Niederhauser

S&T-Chef Hannes Niederhauser: Mittelfristiges Ziel ist der MDax. | Bildquelle: Unternehmen

S&T schwimmt auf der Industrie 4.0-Welle und baut am Internet der Dinge. 70 Prozent des operativen Ergebnisses (Ebitda) kommen aus diesem Bereich. "Wir machen die Maschinen intelligent", sagt Vorstandschef Niederhauser. Die Kunden sind die großen Mischkonzerne dieser Welt - von ABB bis Siemens. "Wir haben schon Industrie 4.0 gemacht, bevor Andere darüber sprachen", erklärt Niederhauser mit einem verschmitzten Lächeln.

So bietet das Unternehmen aus Linz eine smarte Fabrik an. Zudem setzen die Österreicher auf das selbstfahrende Auto. Für einen Prototyp, der bereits das Level 4 schafft und testweise auf US-Highways fährt, liefert S&T die Embedded Systeme.

In Flugzeugen bietet die IT-Firma sicheres drahtloses Internet an. Mehrere Fluggesellschaften nutzen die Embedded Systeme von S&T hierfür.

Kontron-Übernahme greift

Der Tech-Konzern verbindet Hard-  und Software. S&T hat den Computerbauer Kontron geschluckt. Die Übernahme macht sich allmählich  bezahlt. "Kontron verdient Geld", sagt S&T-Chef Niederhauser, der einst das Geschäft von Kontron führte.

Nachdem ABB den Rivalen Bernecker + Rainer Industrie Elektronik (B+R) gekauft hat, herrscht in der Branche Konsolidierungsfantasie. S&T fühlt sich hier gut gewappnet. Mit dem Volumenfertiger Foxconn, Zulieferer für das iPhone von Apple, verfügt das Unternehmen aus Linz über einen wichtigen strategischen Großaktionär. Foxconn hält aktuell knapp 27 Prozent Anteile. Der Konzern beabsichtigt vorerst nicht, über die Schwelle von 30 Prozent zu gehen und ein Übernahmeangebot zu machen.

Mit der Zugehörigkeit zum TecDax und SDax fühlt sich S&T ganz wohl. Mittelfristig sei aber das Ziel, in den MDax aufzusteigen, betonte Vorstandschef Niederhauser auf dem Eigenkapitalforum. Man darf ja wohl noch Träume haben…

nb