Ryanair Sinkflug
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Noch weniger Gewinn erwartet Ryanair warnt schon wieder

Stand: 18.01.2019, 08:21 Uhr

Streiks und deutlich gestiegene Kerosinpreise hatten Ryanair bereits im ersten Halbjahr 2018 einen Gewinnrückgang beschert. Diese Tendenz wirkt sich offenbar stärker auf das laufende Geschäftsjahr aus als bisher erwartet.

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn im bis Ende März laufenden Geschäftsjahr 2018/19 werde jetzt zwischen 1,0 und 1,1 Milliarden Euro erwartet, teilte der Lufthansa-Konkurrent am Morgen mit. Damit fällt der Gewinnrückgang im laufenden Jahr noch höher aus als zuletzt befürchtet.

Der Konzern hatte die Gewinnprognose erst im Oktober wegen der Streiks und des teuren Kerosins auf 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro gesenkt. Die aktuelle Kürzung begründete der Billigflieger mit einem stärker als erwartet ausgefallenen Rückgang der Ticketpreise im Winter.

Aktie weiter unter Druck

Belastet wurde der Billigflieger, der sich lange Zeit gegen Gewerkschaften gesperrt hatte, außerdem von einer europaweiten Streikwelle. Flugausfälle waren die Folge, das Passagierwachstum fiel geringer aus als erhofft. Positiv wirkte sich die Übernahme des österreichischen Ferienfliegers Laudamotion aus. Die irische Fluggesellschaft hält seit Ende August die Mehrheit an der Nachfolge-Airline der früheren Air-Berlin-Tochter Niki.

An der Börse sorgt die neuerliche Hiobsbotschaft für Enttäuschung. Die Ryanair-Aktie knickt im frühen Handel auf Tradegate um fast vier Prozent ein und rutscht unter die Schwelle von zehn Euro. Dabei hat das Papier im vergangenen Jahr bereits ein Drittel an Wert eingebüßt.

Ryanair: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Weniger Passagiere als Lufthansa

Damit scheint der Höhenflug des irischen Billigfliegers vorerst vorbei zu sein. So musste Ryanair 2018 auch die Rolle von Europas größter Fluggesellschaft wieder an die Lufthansa abgeben. Im abgelaufenen Jahr steigerten die Iren die Zahl ihrer Passagiere trotz zahlreicher Streiks und Flugausfälle zwar um acht Prozent auf 139,2 Millionen.

Die Lufthansa kam aber samt ihren Töchtern wie Eurowings, Swiss und Austrian Airlines auf 142,3 Millionen Fluggäste. Das waren zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Fluggäste. Ryanair hatte die Lufthansa im Jahr 2016 bei der Zahl der Fluggäste erstmals vorübergehend vom Thron gestoßen. Ein Jahr später eroberte der Kranich-Konzern die Spitze zurück.

Skeptische Analysten

Ein Händler wertete die erneut gesenkte Gewinnprognose von Ryanair in einer ersten Reaktion als leicht negativ für die Airline-Branche. Analysten hatten zuletzt bereits sinkende Gewinne der Iren nicht ausgeschlossen angesichts hoher Kapazitäten am Markt. So rechnete Damian Brewer von RBC erst am Mittwoch mit niedrigeren Ticketpreisen und kürzte daher die Schätzung für den Gewinn je Ryanair-Aktie 2020 um 13 Prozent.

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<b>Lufthansa</b><br />Die Lufthansa geht mit der Tochter Euowings an den Markt der Billigflieger. Sie wurde aus der Germanwings weiterentwickelt und wächst kontinuierlich. Mit Eurowings will der Kranich-Konzern ab Sommer 2018 an der Heimatbasis Frankfurt am Main seine Dienste anbieten. Bisher waren Frankfurt (und auch München) der Kernmarke Lufthansa vorbehalten. Die Aktie ist im Dax enthalten. : Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Lufthansa
Die Lufthansa geht mit der Tochter Euowings an den Markt der Billigflieger. Sie wurde aus der Germanwings weiterentwickelt und wächst kontinuierlich. Mit Eurowings will der Kranich-Konzern ab Sommer 2018 an der Heimatbasis Frankfurt am Main seine Dienste anbieten. Bisher waren Frankfurt (und auch München) der Kernmarke Lufthansa vorbehalten. Die Aktie ist im Dax enthalten.

lg