Ryanair-Maschine startet in Zadar, Kroatien

Rekordgewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr Ryanair: Ticketpreise vorerst wohl stabil

Stand: 21.05.2018, 13:07 Uhr

Der Billigflieger Ryanair bleibt auf zwar Wachstumskurs, die höheren Treibstoffkosten dürften künftig allerdings den Gewinn schmälern, warnt Konzernchef Michael O‘Leary. Der gestiegene Ölpreis wird Spuren in der Bilanz hinterlassen.

Allein die Treibstoffrechnung werde in diesem Jahr um rund 400 Millionen Euro wachsen, teilt das Ryanair-Management anlässlich der Jahreszahlen des abgelaufenen Geschäftsjahr 2017/18 mit. Der Ölpreis hatte vor wenigen Tagen erstmals seit Ende 2014 wieder die Marke von 80 Dollar pro Barrel (159 Liter) durchbrochen.

In welche Richtung geht es mit den Ticketpreisen?

Trotzdem würden Urlaubsflüge in diesem Sommer und Herbst nach Erwartungen von Ryanair nicht teurer. Noch sei es für Vorhersagen zwar sehr früh, er rechne aber mit stabilen Ticketpreisen, erklärte O'Leary.  

Ryanair-Chef Michael O'Leary gestikulierend

Michael O'Leary. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Der Chef der Thomas-Cook-Airlines, Christoph Debus, teilt diese Einschätzung. Nach wie vor gebe es in der Branche Überkapazitäten, sagte der Manager unlängst dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Im Sommer sei allein das Angebot für touristische Flüge aus Deutschland um acht Prozent gestiegen, so dass er nur wenig Spielraum für Preiserhöhungen sehe.

Der Gewinn wird sinken

Das hat Folgen für das Ergebnis, die Ryanair zu spüren bekommen dürfte. Der Chef O’Leary warnte, dass höhere Kosten für Piloten, Crew und Treibstoff den Gewinn des irischen Billigfliegers drücken könnten. Er peilt er für das laufende Geschäftsjahr nur bei steigendem Umsatz noch einen Gewinn von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro an.

Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Ryanair noch einen Rekordgewinn von 1,45 Milliarden Euro verbucht, ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Zahl der Fluggäste legte um neun Prozent auf rund 130 Millionen zu, obwohl die Iren im Herbst 20.000 Flüge strichen, nachdem sie Urlaubszeiten der Piloten im Dienstplan nicht ausreichend berücksichtigt hatten. Im laufenden Jahr peilt der irische Billigflieger einen Anstieg von sieben Prozent auf 139 Millionen Fluggäste an. Ryanair konnte seine Flieger zu 95 Prozent füllen - deutlich besser als jede andere Airline.

Neues Personal  

O'Leary kündigte ferner an, mehrere Hundert neue Piloten und Crewmitglieder einzustellen - unter anderem ehemalige Mitarbeiter von Air Berlin. So schnell wie möglich will er zudem die Mehrheit an Niki Laudas neuer Fluglinie Laudamotion übernehmen. Im April hatte Ryanair zunächst knapp ein Viertel der Anteile gekauft. Wegen teurer Leasingverträge mit der Lufthansa werde Laudamotion zwar zwei Jahre lang große Verluste einfliegen, danach aber profitabel sein, erklärte O'Leary.

rtr/dpa/ts