Maschinen von Ryanair auf dem Rollfeld des Flughafens in Dublin, Irland
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Streik-Folgen Ryanair senkt ihr Gewinnziel

Stand: 01.10.2018, 09:03 Uhr

Die jüngste Streikwelle kommt den Billigflieger teuer zu stehen. Wegen geringerer Buchungen in Folge der Streiks wird Ryanair im aktuellen Geschäftsjahr deutlich weniger verdienen als geplant. Die Aktie geht auf Sinkflug.

Am Montagmorgen schockte Ryanair die Anleger mit einer satten Gewinnwarnung. Der irische Billigflieger rechnet wegen der jüngsten Streiks der Piloten und Flugbegleiter für das bis März laufende Geschäftsjahr 2018/19 nur noch mit einem Gewinn von 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro. Bisher war ein Gewinn von 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro angepeilt. Ende Juli hatte Ryanair bereits seine Gewinnprognose mit einem Fragezeichen versehen. Im Geschäftsjahr 2017/18 war noch ein Gewinn von 1,45 Milliarden Euro eingeflogen worden.

Weniger Buchungen, niedrigere Preise

Die Streikwelle bei Ryanair hat zu einem spürbaren Buchungsrückgang geführt. Um Passagiere anzulocken, musste der Billigflieger seine Preise senken. Für die Herbstferien und die Weihnachtssaison muss der Billigflieger weniger Buchungen verkraften.

Wegen der Streiks fielen auch zahlreiche Flüge aus. Erst in der vergangenen Woche musste Ryanair wegen der Arbeitsniederlegung von zahlreichen Flugbegleitern zehn Prozent der Flüge streichen.

B5-Moderator Stephan Lina
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Zudem belasteten höhere Treibstoffkosten die Bilanz. Ryanair kalkuliert jetzt mit 460 Millionen Euro Kerosin-Kosten – das sind 30 Millionen mehr als bisher geplant. Die Ölpreise befinden sich seit Monaten im Höhenflug.

Aktien auf Zweijahres-Tief

Die Reaktion an der Börse lässt nicht lange auf sich warten: Die Aktien von Ryanair sacken am Montag zweistellig um bis zu zwölf Prozent auf ein Zweijahres-Tief von 11,50 Euro ab. Auch andere Flugtitel geraten in den Abwärtsstrudel. Die Titel von Easyjet und WizzAir fallen um fünf Prozent. Die Titel von Air France KLM verlieren um über drei Prozent. Die Papiere der Lufthansa büßen gut zwei Prozent ein und sind Schlusslicht im Dax.

Easyjet sieht sich als Profiteur der Ryanair-Streiks. Der britische Billigflieger gab am Freitag bekannt, dass in dem am 30. September zu Ende gegangenen Geschäftsjahr das Vorsteuerergebnis um mindestens 40 Prozent auf 570 bis 580 Millionen Pfund gestiegen sei (641 bis 652 Millionen Euro). Damit lag das Ergebnis im oberen Bereich der im Juli ausgegebenen Spanne.

nb

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Airlines im Sog der Kerosinpreise Aktien verlieren an Schwung

<strong>Lufthansa</strong><br/>2017 waren die Aktien der Kranich-Airline noch der Top-Performer im Dax,  in diesem Jahr aber sind sie kräftig abgestürzt. Über 30 Prozent haben sie seit Anfang Januar eingebüßt - so viel wie kein anderer Dax-Wert. Die Lufthansa rechnet für dieses Jahr mit einem leicht sinkenden operativen Ergebnis, nachdem sie 2017 noch den Gewinn um 70 Prozent gesteigert hatte. Alleine die höheren Kerosinpreise sorgen für eine Mehrbelastung von 600 Millionen Euro. Andererseits dürfte die Konsolidierung der Luftfahrtbranche der Lufthansa eher nützen. Sie profitierte 2017 vom Auslese-Prozess. Die Lufthansa übernahm große Teile der pleite gegangenen Air Berlin und beflügelte damit das Wachstum ihrer Billig-Tochter Eurowings.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

Lufthansa
2017 waren die Aktien der Kranich-Airline noch der Top-Performer im Dax,  in diesem Jahr aber sind sie kräftig abgestürzt. Über 30 Prozent haben sie seit Anfang Januar eingebüßt - so viel wie kein anderer Dax-Wert. Die Lufthansa rechnet für dieses Jahr mit einem leicht sinkenden operativen Ergebnis, nachdem sie 2017 noch den Gewinn um 70 Prozent gesteigert hatte. Alleine die höheren Kerosinpreise sorgen für eine Mehrbelastung von 600 Millionen Euro. Andererseits dürfte die Konsolidierung der Luftfahrtbranche der Lufthansa eher nützen. Sie profitierte 2017 vom Auslese-Prozess. Die Lufthansa übernahm große Teile der pleite gegangenen Air Berlin und beflügelte damit das Wachstum ihrer Billig-Tochter Eurowings.