Maschinen von Ryanair auf dem Rollfeld des Flughafens in Dublin, Irland

Starke Nachfrage zum Jahreswechsel Ryanair peilt wieder Milliardengewinn an

Stand: 10.01.2020, 11:57 Uhr

Trotz des Preiskampfs auf vielen Strecken blickt Europas größter Billigflieger optimistisch auf das bis Ende März laufende Geschäftsjahr. Nach einem starken Weihnachtsgeschäft hob Ryanair die Gewinnprognose an. Die Anleger sind begeistert.

Die Aktien von Ryanair sprangen am Freitag um zeitweise elf Prozent in die Höhe. Am Mittag liegen die Papiere noch neun Prozent im Plus. Seit Mitte August hat sich der Kurs von Ryanair nahezu verdoppelt. Mit 16,71 Euro notieren die Aktien nun wieder auf dem Niveau vom Sommer 2018.

Das irische Unternehmen stellt für das Geschäftsjahr 2019/20 einen Gewinn von 950 Millionen bis 1,05 Milliarden Euro in Aussicht. Im November hatte die Prognose noch zwischen 800 und 900 Millionen Euro gelegen. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die Airline mit 1,02 Milliarden Euro den niedrigsten Gewinn seit vier Jahren eingeflogen.

Buchungen fürs Frühjahr ziehen an

Starke Geschäfte zum Jahreswechsel und ermutigende Buchungen fürs Frühjahr stimmen Europas größte Billigfluglinie zuversichtlich. So sei der Ticketverkauf für die Flüge rund um Weihnachten und Neujahr besser gelaufen als gedacht. Zudem lägen die Vorausbuchungen für Januar bis April momentan ein Prozent höher als im Vorjahr. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Ryanair insgesamt mit 154 Millionen Passagieren - eine Million mehr als bisher vorhergesagt.

Einzig die österreichische Tochter Laudamotion trübt die gute Laune des Ryanair-Managements. Trotz einer hohen Auslastung der Maschinen und stark wachsender Passagierzahlen seien die durchschnittlichen Ticketpreise in der Weihnachtszeit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Im laufenden Geschäftsjahr werde sich der Verlust der Tochter auf rund 90 Millionen Euro ausweiten.

Dumpingpreise der Lufthansa belasten Laudamotion

Ryanair warf der Lufthansa vor, die Tickets ihrer Töchter in Deutschland und Österreich zu nicht kostendeckenden Preisen zu verschleudern. Darunter würde Laudamotion leiden. Die Preise für die Flugtickets lägen im Schnitt 15 Euro zu niedrig, schrieb Ryanair.

Das Flugverbot für Boeings Unglücksmaschinen 737 MAX bremst das Wachstum von Ryanair. Die irische Gesellschaft hat mehr als 450 herkömmliche Boeing 737 in der Flotte. Zudem hat sie 135 Exemplare der Neuauflage 737 MAX bestellt, aber noch kein einziges Exemplar erhalten. O'Leary hält es inzwischen für denkbar, dass Ryanair bis Oktober nur fünf Exemplare der "MAX" erhält, sagte er der "Wirtschaftswoche". Anfang Dezember hatte er noch mit zehn Maschinen bis zum Sommer gerechnet.

Auch andere Airline-Aktien heben ab

Im Sog von Ryanair legen am Freitag auch andere Airline-Aktien zu. Die Anteilsscheine der Billigflieger Easyjet und Wizz Air gewinnen zwischen drei und vier Prozent. Die Aktien der British-Airways-Mutter IAG rücken um 4,5 Prozent vor. Die Lufthansa-Aktie dagegen fällt um 0,5 Prozent.

nb