Ryanair-Maschine auf dem Flughafen Köln-Bonn
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Deutlich weniger Gewinn Nun spürt auch Ryanair den Wettbewerb am Himmel

Stand: 23.07.2018, 09:04 Uhr

Für den irischen Billigflieger brechen turbulente Zeiten an. Streiks und höhere Kerosinkosten haben im abgelaufenen Quartal zu einem Gewinneinbruch geführt. Ryanair stellt sich auf sinkende Ticketpreise ein.

Ryanair-Chef Michael O'Leary dürfte momentan das Lachen vergangen sein: Ab Dienstag fallen wegen des Streiks des Kabinenpersonals europaweit über 600 Flüge aus. Die Flugbegleiter des Billigfliegers verlangen mehr Lohn und mehr Urlaub. Es droht der erste harter Streiksommer in der Geschichte von Ryanair.

Ryanair leidet unter höheren Kerosinpreisen

Bereits jetzt leidet die Billigfluggesellschaft unter höheren Kosten für Piloten und Crew. Hinzu kommen auch noch die deutlich gestiegenen Kerosinpreise wegen des teureren Öls. "Die Treibstoffpreise werden die Wettbewerbslandschaft in Europa verändern", prophezeit Vorstandschef O'Leary. "Einige Airlines, die schon bei Preisen von 40 Dollar kein Geld verdient haben, werden entweder pleitegehen oder übernommen werden."

Wegen des harten Wettbewerbs kann Ryanair die höheren Kosten nicht an die Kunden weitergeben und muss die Ticketpreise senken. Das alles drückt die Bilanz. Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahrs 2018/19 schrumpfte der Gewinn um ein Fünftel auf 319 Millionen Euro.

Erster Gewinnrückgang seit fünf Jahren

Für das Gesamtjahr rechnet Ryanair erstmals seit fünf Jahren mit einem Gewinnrückgang. Der Billigflieger peilt 1,25 bis 1,35 Milliarden Euro an. 2017/18 verdienten die Iren noch 1,45 Milliarden Euro. Und selbst das aktuelle Gewinnziel gilt noch als ambitioniert. Es hänge von den Preisen für die Tickets im laufenden zweiten Quartal ab, erklärte O'Leary.

Trotz sinkender Ticketpreise konnte Ryanair den Umsatz im abgelaufenen Quartal um neun Prozent auf fast 2,1 Milliarden Euro steigern. Denn die Zahl der Fluggäste stieg um sieben Prozent auf 37,6 Millionen. Noch also halten die Ryanair-Passagiere die Treue - ungeachtet von Flugausfällen und Streiks.

Die Aktien von Ryanair sacken am Montagmorgen um sechs Prozent ab. Seit Jahresbeginn treten die Airline-Titel auf der Stelle.

nb

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Airlines im Sog der Kerosinpreise Aktien verlieren an Schwung

<strong>Lufthansa</strong><br/>2017 waren die Aktien der Kranich-Airline noch der Top-Performer im Dax,  in diesem Jahr aber sind sie kräftig abgestürzt. Über 30 Prozent haben sie seit Anfang Januar eingebüßt - so viel wie kein anderer Dax-Wert. Die Lufthansa rechnet für dieses Jahr mit einem leicht sinkenden operativen Ergebnis, nachdem sie 2017 noch den Gewinn um 70 Prozent gesteigert hatte. Alleine die höheren Kerosinpreise sorgen für eine Mehrbelastung von 600 Millionen Euro. Andererseits dürfte die Konsolidierung der Luftfahrtbranche der Lufthansa eher nützen. Sie profitierte 2017 vom Auslese-Prozess. Die Lufthansa übernahm große Teile der pleite gegangenen Air Berlin und beflügelte damit das Wachstum ihrer Billig-Tochter Eurowings.: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate

Lufthansa
2017 waren die Aktien der Kranich-Airline noch der Top-Performer im Dax,  in diesem Jahr aber sind sie kräftig abgestürzt. Über 30 Prozent haben sie seit Anfang Januar eingebüßt - so viel wie kein anderer Dax-Wert. Die Lufthansa rechnet für dieses Jahr mit einem leicht sinkenden operativen Ergebnis, nachdem sie 2017 noch den Gewinn um 70 Prozent gesteigert hatte. Alleine die höheren Kerosinpreise sorgen für eine Mehrbelastung von 600 Millionen Euro. Andererseits dürfte die Konsolidierung der Luftfahrtbranche der Lufthansa eher nützen. Sie profitierte 2017 vom Auslese-Prozess. Die Lufthansa übernahm große Teile der pleite gegangenen Air Berlin und beflügelte damit das Wachstum ihrer Billig-Tochter Eurowings.