Ryanair-Maschinen in Parkposition am Flughafen Dublin

Drastischer Absturz der Fluggastzahlen Ryanair: Schlimmstes Quartal der Geschichte

Stand: 27.07.2020, 10:06 Uhr

Für den irischen Billigflieger Ryanair war die Zeit zwischen April und Juni das schwierigste Quartal seiner 35-jährigen Geschichte. Und jetzt steigt auch noch die Angst vor einer zweiten Corona-Welle.

Wie dramatisch die Folgen der Corona-Pandemie für die Luftfahrt sind, zeigt sich zuletzt wieder am Quartalsbericht des irischen Billigfliegers Ryanair. So ist die Zahl der Passagiere zwischen April und Juni auf 500.000 abgestürzt, nach 42 Millionen im Vorjahresquartal. Dadurch ist dem Konzern ein Verlust von 185 Millionen Euro entstanden. Analysten hatten sogar mit einem noch höheren Defizit gerechnet. Der Umsatz brach auf 125 Millionen Euro ein. Im Vorjahresquartal hatte er noch bei 2,3 Milliarden Euro gelegen.

Konzernchef Michael O'Leary sprach vom schlimmsten Quartal seit Gründung der Airline vor 35 Jahren. Zwar hat sich der Flugbetrieb zuletzt wieder etwas erholt, doch von der Normalität ist Ryanair noch weit entfernt.

Drastischer Rückgang der Passagierzahlen erwartet

Insgesamt rechnet Ryanair im laufenden Geschäftsjahr mit einem Rückgang der Fluggastzahlen im Ende März 2021 endenden Geschäftsjahr auf 60 Millionen. Das ist weniger als erwartet wurde. Ryanair hatte ursprünglich weniger als 80 Millionen beförderte Passagiere in Aussicht gestellt. Analysten hatten mit 74 Millionen Passagieren gerechnet.

Doch die Pandemie ist noch nicht ausgestanden. Im Gegenteil. Der jüngste neuerliche Anstieg der Coronainfektionen in mehreren europäischen Ländern bereitet Sorge. Belastend für die Luftfahrt ist zum anderen die Entscheidung Großbritanniens, Urlaubsrückkehrer aus Spanien wieder in eine Quarantäne zu schicken.

Angst vor zweiter Welle

Bei der Vorlage der Zahlen am Morgen warnte O'Leary warnte vor einer möglichen zweiten Corona-Welle im Spätherbst zum Beginn der jährlichen Grippesaison. "Das ist gerade unsere größte Angst", sagte er.

Angesichts der düsteren Aussichten hat die Airline bereits die Streichung von etwa 3.000 Arbeitsplätzen angekündigt. Dazu gehört die Schließung von Standorten wie der Hunsrück-Airport Hahn, von dem sich Ryanair zum ersten November zurückziehen will. Auch den Standorten in Berlin-Tegel und im nordrhein-westfälischen Weeze droht noch vor dem Winter das Aus.

An der Börse sorgten die Hiobsbotschaften für Entsetzen. So gerieten die Aktienkurse aller europäischen Fluggesellschaften erheblich unter Druck. Ryanair-Papiere gaben um über acht Prozent nach, die des Konkurrenten Easyjet sackten sogar sogar um 13,6 Prozent ab. Aber auch die Papiere von Lufthansa und Air France KLM fielen überdurchschnittlich.

lg