Prominente im Alkohol-Rausch Ryan Reynolds verkauft Gin-Marke für über 600 Millionen Dollar

Stand: 20.08.2020, 11:06 Uhr

Immer mehr Prominente haben mittlerweile ihre eigene Spirituosen-Marke. So auch Deadpool-Schauspieler Ryan Reynolds. Nun hat er seinen "Aviation Gin" allerdings verkauft - für satte 610 Millionen Dollar.

Nicht umsonst lockt Hochprozentiges viele bekannte Gesichter an. Es ist ein Milliardengeschäft. Weltweit wurde allein der Gin-Umsatz im vergangenen Jahr auf 12,4 Milliarden Euro geschätzt. Und nicht nur Gin ist beliebt, der gesamte Spirituosenmarkt boomt - zumindest vor der Corona-Krise.

Unter der Leitung von Reynolds und der Führung von Davos Brand LLC war auch der "Aviation Gin" immer erfolgreicher geworden. Dank Auftritten in Werbeaktionen wie der von Netflix und Samsung oder Marketing-Gags gegen einen umstrittenen Heimtrainer-Clip von Peloton rückte die Marke regelmäßig in den Fokus.

Jetzt verleibt sich der weltgrößte Spirituosenhersteller Diageo "Aviation Gin" ein. Dafür legt der Konzern bis zu 610 Millionen Dollar auf den Tisch, wie Diageo mitteilte. Die Akquisition liege im Rahmen der eigenen Strategie, wachstumsstarke Marken mit attraktiven Margen im Premiumbereich zu übernehmen, so Diageo-Chef Ivan Menezes.

Reynolds bleibt weiter beteiligt

Zunächst ist eine Vorauszahlung von 335 Millionen Dollar fällig, die restlichen 275 Millionen sind abhängig von der Rentabilität in den kommenden zehn Jahren. Reynolds hatte sich 2018 an der Marke beteiligt und hält auch im neuen Vertrag weiterhin einen Anteil an "Aviation Gin".

Diageo Whisky-Flaschen

Diageo Whisky-Marken. | Quelle: picture-alliance/dpa

Mit der Transaktion erhält der Hersteller von Johnnie Walker-Whisky und Smirnoff-Wodka auch Zugang zu Marken wie "Astral Tequila" und "Sombra Mezcal". Diageo vertreibt bereits die Gin-Marken "Tanqueray" und "Gordon's" und hofft durch den Kauf auf zusätzliche Kunden. Die wären aktuell bitter nötig.

Denn zuletzt sorgte der Wegfall von Events und die Schließungen von Bars beim Schnaps- und Bierkonzern für Katerstimmung. Das britische Unternehmen verkaufte im abgelaufenen Geschäftsjahr (bis Ende Juni) 8,4 Prozent weniger Spirituosen. Der Umsatz sank um knapp neun Prozent auf 11,8 Milliarden Pfund (13,1 Milliarden Euro). Nur in den USA konnte Diageo zulegen.

Clooneys "Casamigos"

Diageo hat schon einmal eine Alkoholmarke von einem berühmten Hollywood-Schauspieler gekauft: 2017 bezahlte der Konzern rund eine Milliarde Dollar für die von George Clooney entwickelte Premium-Tequila-Marke Casamigos.

Zusammen mit Rande Gerber, dem Ehemann der Schauspielerin und Model Cindy Crawford, und dem Geschäftsmann Mike Meldman hatte Clooney das Unternehmen 2013 gestartet. "Casamigos" ist ein Wortspiel und bedeutet etwa "Haus von Freunden". Clooney und Gerber haben benachbarte Ferienhäuser in Mexiko.

Anfangs war Casamigos nur für Tequila-Liebhaber George und seine Freunde gedacht. Doch der Tequila kam so gut an, dass der Schauspieler aus seiner Leidenschaft in ein paar Jahren ein großes Geschäft machte.

Musks "Teslaquila"

Und da ist er nicht der einzige. Tesla-Chef Elon Musk gibt sich ebenfalls nicht mit seinen Elektroautos oder Weltraum-Raketen zufrieden. 2018 hatte er in einem Aprilscherz getwittert, dass Tesla völlig pleite sei. Dazu postete er ein Foto, auf dem er angeblich bewusstlos an einem Model 3 lehnt. Er sei gefunden worden umgeben von leeren "Teslaquila"-Flaschen.

Die Sache mit dem Tesla-Tequila war allerdings kein Scherz, da er im Laufe des Jahres tatsächlich "Teslaquila" als destillierten blauen Agavenlikör beim US-Patentamt anmeldete. Ähnliche Anträge wurden offenbar auch in Mexiko und in der EU gestellt.

Tesla: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
Kurs
349,50
Differenz relativ
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Im Rahmen der bevorstehenden Markteinführung der "Tesla Short Shorts", mit denen er gegen Shortseller an der Börse stichelt, bekräftigte er jüngst sein Vorhaben. "Teslaquila" komme bald, so Musk.

Bezos "Tovess"

Auch Jeff Bezos scheint dem Alkohol nicht abgeneigt. 2019 stieg Amazon in das Spirituosen-Geschäft ein. Zunächst bietet der Onlinehändler in Deutschland, Frankreich und Großbritannien die eigene Gin-Marke "Tovess" an.

Damit könnte Jeff Bezos mit seiner Hausmarke genau den Zeitgeist treffen, denn Gin und Gin Tonic waren zuletzt echte Modegetränke an Deutschlands Bartresen.

tb

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Diageo Whisky-Flaschen

Diageo
Unangefochtener Marktführer des weltweiten Spirituosenmarkts ist der britische Konzern Diageo, Besitzer von Johnnie-Walker-Whisky, Smirnoff-Wodka oder Guinness-Bier sowie des George Clooney-Tequilas Casamigos. Der Aktienkurs hat sich in fünf Jahren verdoppelt. Das Unternehmen erzielte 2019 einen Jahresumsatz von umgerechnet 15 Milliarden Euro.