RWE-Zentrale in Essen
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Ausblick unter Vorbehalt RWE macht vor Innogy-Zerschlagung wieder Gewinn

Stand: 13.03.2018, 07:37 Uhr

Der Energieversorger RWE ist 2017 in die Gewinnzone zurückgekehrt. Für das laufende Jahr gibt es zwar eine Prognose. Doch die wirft Fragen auf.

Unter dem Strich verdiente RWE im Geschäftsjahr 2017 1,9 Milliarden Euro, nach einem Fehlbetrag von 5,7 Milliarden Euro 2016. Dabei profitierte der Konzern auch von der Rückzahlung der Atomsteuer.

Bereinigt erzielte der Stromerzeuger 1,2 Milliarden Euro und erreichte damit die selbst gesteckten Ziele.

Positive Nachrichten für Dividendenjäger

Inklusive der bereits bekannten Sonderdividende von 1,00 Euro je Aktie will RWE seinen Aktionären für das vergangene Geschäftsjahr 1,50 Euro zahlen. 2016 war die Dividende für Stammaktien gestrichen worden, Vorzüge erhielten 0,13 EUR je Aktie. für das laufende Jahr kündigte RWE eine Erhöhung der ordentlichen Dividende auf 0,70 Euro je Aktie an.

Nur ein "leichter Rückgang"?

Für 2018 rechnen die Essener allerdings mit einem Rückgang des bereinigten Nettoergebnisses um rund 30 Prozent auf 700 Millionen bis 1,0 Milliarden Euro.

RWE selbst bezeichnet dies als einen "leichten Rückgang", der überdies nicht überraschend komme. Schließlich schlage 2018 der Tiefpunkt der Strompreisentwicklung der vergangenen Jahre durch.

»Darauf sind wir vorbereitet. (…) Zudem sehen wir eine leichte Entspannung bei den Großhandelspreisen für Strom. Wir blicken insgesamt optimistisch nach vorn.«

Rolf Martin Schmitz, CEO der RWE AG

Mehr Klarheit im Laufe des Vormittags?

Was dieser Ausblick wirklich wert ist, lässt sich aber aktuell kaum abschätzen. Denn er berücksichtigt explizit nicht die von RWE und Eon geplante Neuordnung ihrer Geschäfte. Das bestätigte eine RWE-Sprecherin auf Nachfrage von boerse.ARD.de.

Anleger tappen also weiterhin im Dunkeln, was die konkreten Auswirkungen des Innogy-Deals auf die Geschäftsentwicklung von RWE und Eon anbelangt.

Vielleicht bringen die beiden Konzernchefs Johannes Teyssen (Eon) und Rolf Martin Schmitz (RWE) ja heute diesbezüglich etwas Klarheit. Um 9 Uhr wollen beide ihre Pläne für die Neuordnung ihrer Geschäfte erläutern. Beide sehen weitreichende Vorteile des Deals, mit dem die RWE-Netz- und Ökostromtochter Innogy zerschlagen wird.

Die RWE-Aktie zieht zu Handelsbeginn um 2,5 Prozent an auf 20,15 Euro.

ag