RWE-Braunkohlekraftwerks Niederaußem bei Bergheim

Fokus künftig auf erneuerbare Energien RWE: Kohle- und Atomstrom bringen es nicht

Stand: 15.05.2018, 07:48 Uhr

Das Geschäft mit der konventionellen Stromerzeugung lief für den Essener Energiekonzern im ersten Quartal äußerst schlecht. Unterm Strich brach der Gewinn um mehr als ein Drittel ein.

Zu Jahresbeginn verdiente RWE unterm Strich 620 Millionen Euro. Das entspricht einem Minus von 34,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Kein anderer deutscher Konzern produziert so viel Kohlestrom wie RWE – und genau das wurde RWE nun offenbar zum Verhängnis, wie ein Blick auf die operative Entwicklung zeigt.

Kohlekraftwerke in Deutschland

Kohlekraftwerke in Deutschland. | Bildquelle: statista.com

Sinkende Preise

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank um 11,3 Prozent auf 1,891 Milliarden Euro. Weit überproportional fiel der Ergebnisrückgang im Segment Braunkohle und Kernenergie mit einem Minus von 15,5 Prozent aus.

»Hauptgrund dafür war, dass wir für den Strom unserer Braunkohle- und Kernkraftwerke einen niedrigeren Großhandelspreis erzielt haben als 2017.«

RWE, Zwischenmitteilung zum ersten Quartal

"Talsohle durchschritten"

Für Strom aus Braunkohle und Kernenergie habe RWE 2018 durchschnittliche Großhandelspreise von 28 Euro je Megawattstunde realisiert. 2017 seien es noch 31 Euro je Megawattstunde gewesen.

"Damit wird nach heutigem Kenntnisstand die Talsohle durchschritten", so der Dax-Konzern.

Braunkohleabbau in Garzweiler

Braunkohleabbau in Garzweiler. | Bildquelle: Imago

Neuer Fokus

Das schwache Geschäft mit der konventionellen Stromerzeugung dürfte RWE in seinem Vorhaben bestärken, sich künftig auf den Bereich erneuerbare Energien zu konzentrieren. Der Betreiber von Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken will im Zuge der mit Eon vereinbarten Zerschlagung von Innogy eine Ökostromsparte aufbauen.

Mit den Behörden führe RWE diesbezüglich bereits Vorgespräche . Der Dax-Konzern rechnet damit, dass bis Mitte 2019 die erforderlichen Zustimmungen der Kartell- und Aufsichtsbehörden vorliegen werden.

ag