Windkraftanlage und Rapsfeld

Gelungener Jahresstart Wind weht Kohle in die RWE-Kassen

Stand: 14.05.2020, 08:52 Uhr

Das starke Geschäft mit dem (Offshore-)Windstrom macht die RWE-Bilanz in Corona-Zeiten zu einer erfreulichen Lektüre für die Investoren. Das Ergebnis wächst, auch eine Dividende soll gezahlt werden.

Die neue Struktur mit einem Fokus auf regenerative Energien scheint sich für den Versorger auszuzahlen. Das bereinigte Ebitda stieg auf 1,3 Milliarden Euro. Auf Pro-forma-Basis bedeutet das ein Plus von rund 19 Prozent. Das bereinigte Ebit kletterte auf 955 Millionen Euro von zuvor 749 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente RWE bereinigt 603 Millionen Euro.

Die Vorjahreszahlen hat RWE an seine neue Struktur angepasst. Zum neuen Kernbereich des Konzerns gehören nun die Segmente Windenergie, Solar, Wasser, Biomasse und Gas sowie der Energiehandel. Dieser trug gut eine Milliarde zum bereinigten Ebitda bei. Dazu kommt das Geschäft mit der Kohle und der Kernkraft, für beide ist ein Ausstieg vereinbart.

Windreiches Frühjahr beschert guten Jahresstart

Den stärksten Ergebnisbeitrag lieferte das Windenergiegeschäft auf See, das von einem windreichen Frühjahr profitierte. Die neue Sparte Offshore Wind legte zum Jahresauftakt operativ um mehr als 30 Prozent auf 431 Millionen Euro zu. Im Bereich Onshore Wind/Solar konnte RWE um rund 20 Prozent auf 209 Millionen Euro wachsen.

Die Stromproduktion ging insgesamt jedoch um neun Prozent auf 37,5 Milliarden Kilowattstunden zurück, was an geringeren Mengen aus den Kohlekraftwerken lag. Dazu machte sich der sinkende Stromverbrauch im März im Zuge der Corona-Pandemie bemerkbar.

"RWE ist gut ins Jahr gestartet", sagte Finanzchef Markus Krebber, der 2021 den Chefposten des Konzerns übernehmen soll. "Dank unseres robusten Geschäftsmodells haben wir auch in diesen herausfordernden Zeiten bei allen Ergebniskennziffern ein deutliches Plus erzielt."

Markus Krebber, RWE

Markus Krebber, RWE. | Bildquelle: imago images / DeFodi

Dividende soll gezahlt werden

Krebber bestätigte die Ergebnisprognose. Im Gesamtjahr peilen die Essener ein bereinigtes Ebitda von 2,7 bis 3,0 Milliarden Euro an. Das Portfolio mit Wind- und Solarkraft soll bis 2022 durch Nettoinvestitionen von fünf Milliarden Euro um mehr als vier Gigawatt wachsen.

Auch der Dividendenvorschlag von 85 Cent pro Aktie für das Geschäftsjahr 2020 bleibt bestehen Für 2019 will RWE nach der virtuellen Hauptversammlung am 26. Juni 80 Cent je Papier auszahlen.

Analysten sprachen durchweg von einem starken Jahresstart der Essener. So betonte der Experte Peter Crampton von der britischen Investmentbank Barclays, dass RWE beim operativen Ergebnis die ohnehin schon hohen Markterwartungen auf bereinigter Basis deutlich übertroffen habe. Crampton führte dies auf die überraschend gut gelaufenen Geschäfte mit Wasserkraft, Biomasse und Gas zurück.

ts/rtr/dpa