RWE-Braunkohleabbau in Garzweiler
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Gewinneinbruch vor dem Neustart RWE macht weniger (Braun-)Kohle

Stand: 14.11.2018, 09:02 Uhr

Wegen der geplanten Rodung des Hambacher Forstes steckt RWE seit Wochen in den Negativ-Schlagzeilen. Auch im Tagesgeschäft läuft es nicht rund. In den ersten neun Monaten produzierte der Versorger weniger (Kohle-)Strom. Der Gewinn brach ein.

RWE leidet weiter unter der Energiewende. Während der Anteil erneuerbaren Energien steigt, nimmt die Bedeutung von Braunkohle und Kernenergie ab. So muss RWE das Atomkraftwerk Gundremmingen B stilllegen. Die schwächeren Geschäfte mit Kernenergie und Braunkohle belasteten die Neunmonatsbilanz des Essener Versorgers.

Ein Drittel weniger Gewinn

Das bereinigte Ebitda schrumpfte von 1,7 Milliarden auf 1,3 Milliarden Euro. Unterm Strich verdienten die Essener auf "stand alone"-Basis nur noch 645 Millionen Euro. Das ist fast ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Als zusätzliches Handicap erwiesen sich die niedrigeren Strom-Großhandelspreise.

Dennoch bekräftigte RWE sein Jahresziel. Für 2018 wird weiterhin ein Ergebnis von 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro angepeilt. Das bereinigte Nettoergebnis soll zwischen 500 und 800 Millionen Euro liegen. "Wir werden unsere operativen Ziele für das Jahr erreichen und können die angestrebte Erhöhung der ordentlichen Dividende auf 70 Cent bestätigen", sagte Finanzchef Markus Krebber.

Aktien fehlt die Energie

RWE ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Vorbörslich notieren die RWE-Aktien etwas höher. Auf Ein-Jahres-Sicht haben die Versorger-Titel 13 Prozent eingebüßt. Vor allem im Oktober purzelten die Aktien wegen der Diskussion rund um den Hambacher Forst nach unten. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat die RWE-Aktien auf der "Conviction Buy List" mit einem Kursziel von 22,40 Euro belassen. Der Versorger habe im bisherigen Jahresverlauf solide abgeschnitten, schrieb Analyst Alberto Gandolfi in einer Studie.

Der große Deal mit Eon

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RWE und Eon vor Milliardendeal

Die Konkurrenten Eon und RWE arbeiten weiter an ihrem groß angelegten Geschäftetausch. Im ersten Schritt will Eon die frühere RWE-Tochter Innogy komplett übernehmen und im Gegenzug den Wettbewerber am eigenen Unternehmen mit knapp 17 Prozent beteiligen. Nach Auslaufen des Übernahmeangebots hält Eon inzwischen gut 86 Prozent an Innogy, RWE hat seine Anteile bereits angedient. Noch müssen aber die Behörden darüber entscheiden. Eon will das Netzgeschäft und den Stromvertrieb von Innogy behalten, während die erneuerbaren Energien beider Konzerne unter dem Dach von RWE vereint werden sollen.

Erst am Montag hatten beide Konzerne mitgeteilt, dass das fusionierte Unternehmen keinen neuen Namen bekommen soll, sondern weiterhin Eon heißen werde. Beim Stromvertrieb sollen die Strukturen der Eon-Regionalversorger und der Innogy-Regionalgesellschaften erhalten bleiben. "RWE stand alone" umfasst die Kerngeschäftsfelder Braunkohle & Kernenergie, Europäische Stromerzeugung und Energiehandel sowie die Dividende der Tochter Innogy.

nb

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