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25-fach überzeichnet Run auf Dropbox-Aktien

Stand: 23.03.2018, 16:45 Uhr

Die Nasdaq hat einen neuen Internet-Star: Der Cloud-Anbieter Dropbox ist erfolgreich an die Börse gestartet. Das größte Tech-IPO seit einem Jahr lockte zahlreiche Anleger an.

Bei 29 US-Dollar blitzte der erste Kurs am Freitag für den Börsen-Neuling auf. Damit lag die Aktie 38 Prozent über dem Ausgabepreis von 21 Dollar. Dies entspricht einem Börsenwert von rund 12,7 Milliarden Dollar. Kurz nach dem Handelsstart legten die Papiere weiter zu und erreichten zwischenzeitlich einen Kurs von 31 Dollar.

Die Nachfrage nach den neuen Internet-Aktien war laut Medienberichten enorm: Die Aktienplatzierung soll 25-fach überzeichnet gewesen sein, hieß es. So konnte Dropbox die Papiere zu einem höheren Preis als geplant losschlagen.

Ausgabepreis zwei Mal angehoben

Die 36 Millionen Aktien wurden zu je 21 Dollar ausgegeben werden. Damit legte Dropbox noch eine Schippe drauf. Am Mittwoch war die Preisspanne bereits um zwei Dollar auf 18 bis 20 Dollar erhöht worden.

Dropbox ist der größte Technologie-Börsengang seit dem IPO von Snapchat-Betreiber Snap im März 2017. Die Aktien des Messagingdiensts brachen um 50 Prozent ein.

Vorbild Box?

Schaut man auf die Performance des Wettbewerbers Box, sind die Aussichten für Dropbox langfristig eher gut. Der Kurs von Box rauschte zunächst kräftig nach oben, fiel dann zeitweise unter den Ausgabepreis von 14 Dollar, bevor er sich wieder aufrappelte. Aktuell notiert das Papier über 60 Prozent über dem Ausgabekurs.

Allerdings dürften Privatanleger beim Dropbox-IPO nur Anleger zweiter Klasse werden. Die beiden Dropbox-Gründer und frühe Investoren haben die mit einem zehnfachen Stimmrecht ausgestatteten B-Klasse-Aktien für sich reserviert.

Konzentration auf Geschäftskunden

Das 2007 gegründete Unternehmen bot anfangs einen kostenlosen Service an, mit dem Verbraucher Fotos, Musik oder andere Daten teilen können. Dies haben mittlerweile aber nicht nur der direkte Rivale Box, sondern auch Konzerne wie Google, Microsoft oder Amazon im Sortiment. Dropbox konzentriert sich daher verstärkt auf Geschäftskunden. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen elf Millionen zahlende Kunden in 180 Ländern. Der Umsatz von Dropbox kletterte im vergangenen Jahr um 31 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Unter dem Strich fiel jedoch ein Verlust von 111,7 Millionen Dollar an.

nb

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Die immer kürzere Liste der Tech-IPOs Langes Warten auf Börsengänge

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Den Anfang der Tech-IPOs macht Dropbox am 22. März. Der 2007 gegründete Dienst, bei dem Nutzer Fotos und Dokumente über das Internet speichern und abrufen können, hatte eigentlich einen Börsengang für 2017 angestrebt, diesen jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben.