Nordex Windturbine

Steife Brise Nordex: Umsatz ist nicht gleich Gewinn

Stand: 13.11.2019, 10:13 Uhr

Der Windkraftanlagenbauer Nordex fällt an der Börse in Ungnade. Denn steigende Umsätze haben nicht zu besseren Ergebnissen geführt - im Gegenteil.

Das TecDax-Mitglied konnte seinen Umsatz von Januar bis September zwar von 1,77 auf 1,94 Milliarden Euro verbessern. Der Auftragseingang im Projektgeschäft schnellte um rund 41 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand lag Ende September bei 8,1 Milliarden Euro, nach 5,3 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

Allerdings ist das nur die eine Seite der Medaille: Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank hingegen von um 15,7 Prozent auf 60,2 Millionen Euro. Der Nettoverlust stieg von 51,8 Millionen auf 76,5 Millionen Euro. Hintergrund der schwachen Entwicklung im operativen Geschäft und beim Nettoergebnis ist der sehr harte Wettbewerb in der Branche.

Das Geschäft wird schwieriger

Die Branche sieht sich immer stärkeren Beschränkungen bei der Aufstellung von neuen Windkraftanlagen gegenüber - besonders in Deutschland. So liegt der Mindestabstand zu Ortschaften und "dörflichen Strukturen mit signifikanter Wohnbebauung" nun bei 1.000 Metern. Dabei zählt bereits eine Ansammlung von fünf Wohngebäuden als Dorf. Es wird also immer schwieriger, geeignete windreiche Standorte zu finden, die gleichzeitig den Mindestabstand zur Wohnbebauung einhalten.

Die unsichere Gemengelage hatte bereits im April zur Insolvenz des Konkurrenten Senvion geführt. Der größte deutsche Hersteller Enercon kündigte erst vor kurzem an, 3.000 Stellen abbauen zu wollen.

Prognose bestätigt

Im vierten Quartal geht Nordex von einer weiter verbesserten Geschäftsentwicklung aus und bestätigt deshalb seine Prognose für das Gesamtjahr. Die Nachfrage sei gut, das Unternehmen baue seine Fertigungskapazitäten aus, hieß es. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management weiter einen Konzernumsatz von 3,2 bis 3,5 Milliarden Euro. Die Ebitda-Marge soll bei drei bis fünf Prozent liegen.

Die Nordex-Aktie reagierte negativ auf das Zahlenwerk. Auf Xetra rutschte sie um bis zu 5,4 Prozent auf 11,85 Euro ab.

Marktbeobachter begründeten das mit einer sehr schwachen Entwicklung des freien Cashflows. Nach einem Minus von 84 Millionen Euro nach neun Monaten im Vorjahr lag diese Größe nur bei minus 156 Millionen Euro.

ME/dpa/rtr