Screenshot der RTL Now-Website

Gewinnaussichten aufgehellt RTL stemmt sich gegen den Trend

Stand: 09.11.2017, 11:49 Uhr

Anders als der große Konkurrent ProSiebenSat.1 kann der MDax-Konzern am Donnerstag Entwarnung für Anleger geben: Der schwache TV-Werbemarkt belastet weniger, die Ergebnisprognose wird sogar angehoben.

Wachstum statt Stagnation - das kündigte die RTL Group am Donnerstag zumindest für das Betriebsergebnis 2017 (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, Ebitda) im laufenden Jahr an. Bislang hatte man bei der Kennziffer hier nur Werte auf Vorjahresniveau erwartet. Nun soll sie um 1,5 bis zwei Prozent steigen.

Gute Geschäfte und ein Verkauf

Mut zur Prognosekorrektur nach oben hat ein überraschend ertragreiches drittes Quartal bei dem MDax-Unternehmen gemacht. In allen regionalen Märkten, in denen das Unternehmen vertreten ist, liefen die TV- und Radiosender, aber auch die Online-Plattformen zuletzt gut. Dazu kam aber auch noch ein Verkauf von Firmengebäuden in Paris sorgte für einen Extra-Ertrag. Das Betriebsergebnis legte deshalb um 17,4 Prozent auf 263 Millionen Euro zu. Unter dem Strich verdiente der Sender mit 114 Millionen Euro zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Beim Umsatz schaffte RTL konzernweit einen Zuwachs um 1,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Offenbar ganz im Gegensatz zum deutschen Konkurrenten ProSiebenSat.1, der seine Umsatzprognose wegen schwacher TV-Werbegeschäfte eindampfen musste, kämpft sich RTL im TV-Geschäft offenbar erfolgreich durch die Marktschwäche. In Deutschland gab es im Fernseh-Geschäft ein Plus von acht Prozent auf 500 Millionen Euro beim Umsatz.

RTL profitiert dabei offenbar auch von einer neuen Werbe-Technik, bei der Clips Zuschauern zielgruppenspezifisch eingeblendet werden. Dabei werden Zuschauer mit einem internetfähigen Fernseher deutlich besser erreicht als bei herkömmlichen Werbeblöcken.

Umschichten im Medienbereich

Laut Händlern bietet das Zahlenmaterial des MDax-Konzern derzeit ein deutlich besseres Bild als das des großen Konkurrenten. Anleger scheinen das ebenso zu sehen. Die RTL-Aktie hält sich etwas über Vortagesniveau, während ProSiebenSat.1 um rund acht Prozent deutlich abgibt. Während beide Aktien sich bis zur Jahresmitte fast im Gleichklang bewegten, klappt nun eine Performance-Lücke zwischen beiden Titeln. Allerdings liegt auch die RTL-Aktie seit Jahresbeginn knapp zehn Prozent im Minus.

AB