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Trotz schwacher Werbemärkte RTL bleibt im Bild

Stand: 07.03.2018, 09:17 Uhr

Stabile Geschäfte bei den TV-Sendern in Deutschland und Frankreich und wachsende Erlöse und Gewinne aus dem Digital-Bereich: Die Zahlen des MDax-Konzern RTL dürften Anleger bei der Stange halten.

Gut laufende TV-Serien, hohe Einschaltquoten bei Sportübertragungen und höhere Einnahmen bei den "Digitalaktivitäten" wie Shopping- und Streaming-Portale: Die RTL Group konnte ihre Erlöse im abgelaufenen Geschäftsjahr um 2,2 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro steigern. Und das, obwohl in der TV-Werbung in den vergangenen Monaten bestenfalls eine Stagnation zu verzeichnen war. Die Analystenerwartungen traf RTL damit im Wesentlichen.

Einmalertrag schiebt operatives Ergebnis ins Plus

Das gilt auch für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Hier schaffte der Konzern einen Zuwachs um 3,8 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Das Plus verdankt das Unternehmen hier allerdings einem Sondereffekt: Der Verkauf von Gebäuden in Paris spülte RTL einen Einmalertrag von 94 Millionen Euro in die Kasse.

Der Nettogewinn der Gruppe stieg im vergangenen Jahr von 720 auf 739 Millionen Euro. Anleger sollen insgesamt eine Dividende von vier Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2017 erhalten. Eine Zwischendividende von einem Euro je Anteilsschein war allerdings schon im September ausgezahlt worden.

Digitales noch ein Spielbein

Neben leicht steigenden Ergebnisbeiträgen der Sender in Deutschland und Frankreich wuchs das Digital-Geschäft bei RTL überdurchschnittlich, allerdings noch auf niedrigem Niveau: Im abgelaufenen Geschäftsjahr sorgten die Streaming-Dienste und Internet-Portale und -Apps für ein Ebitda von 826 Millionen Euro, ein Plus von 23 Prozent. Erst im Januar hatte sich der Konzern mit dem Video-Netzwerk United Screens in Schweden verstärkt und dafür 12,4 Millionen Euro investiert. Beim Umsatz peilt der Konzern aus den neuen Aktivitäten zwischen 2020 und 2022 einen Anteil von rund 15 Prozent ein.

Stellt der Ausblick zufrieden?

Am Ausblick auf die wichtige Kenngröße Ebitda im laufenden Jahr könnten Experten am Mittwoch etwas zu mäkeln haben. Sie soll laut Konzernchef Bert Habets nur "stabil" bleiben. Hier hätten die Analysten und wohl auch die Anleger ein Wachstumssignal erhofft.

Die RTL-Aktie hat sich in den vergangenen Monaten von ihrem Mehrjahrestief aus dem vergangenen Herbst deutlich gelöst. Von rund 62 Euro hat sich der Titel bis auf derzeit 71 Euro nach oben gearbeitet. Am Mittwoch startet er mit leichten Verlusten in den Handel.

AB