Rossmann-Schriftzug

Nicht attraktiv genug Rossmann beendet Amazon-Abenteuer

Stand: 15.04.2019, 11:41 Uhr

Amazon eilt von Erfolg zu Erfolg. Doch beim Versand von Produkten des täglichen Bedarfs kommt der Internet-Gigant in Deutschland kaum voran. Nun gibt es zusätzlich noch einen Rückschlag.

Die zweitgrößte deutsche Drogeriemarktkette Rossmann beendet laut "Süddeutscher Zeitung" nach zwei Jahren wieder die Kooperation mit dem US-Versandhändler. Der designierte Rossmann-Chef Raoul Roßmann sagte dem Blatt, "dass diese spezielle Art der ultraschnellen Zustellung nach Bestellung von unseren Kunden nicht nachgefragt wird. Die Kunden gehen lieber in die Märkte und wollen keinen Aufpreis zahlen, um sich die Sachen ins Büro liefern zu lassen".

Amazon bestätigte dem Bericht zufolge das Ende der Zusammenarbeit beim Dienst "Prime Now". Hier können sich Kunden Artikel teilweise innerhalb von zwei Stunden liefern lassen.

Zuletzt war beispielsweise das Münchener "Prime Now"-Angebot arg zusammengeschrumpft. Neben Amazons eigenem Sortiment können die Kunden in der bayerischen Landeshauptstadt nur noch Medikamente einer ortsansässigen Apotheke kaufen.

Wie bei DM

Der Rückzug von Rossmann ist nicht der erste Rückschlag von Amazon, im Drogeriegeschäft in Deutschland Fuß zu fassen. Bereits im Jahr 2013 hatte der Rossmann-Konkurrent DM eine Zusammenarbeit mit dem US-Konzern beendet. Zwei Jahre lang hatten die Amazon-Kunden DM-Produkte über Amazon bestellen können - offenbar nur mit mäßigem Erfolg. So soll der Umsatz nur etwas über dem einer durchschnittlich DM-Filiale gelegen haben.

Auch beim Lieferdienst "Amazon Fresh"-Dienst herrschte zuletzt überwiegend Stillstand. Auch zwei Jahre nach dem Start in Deutschland, liefert Amazon frische Lebensmittel gerade einmal in Berlin, Hamburg, München und Potsdam aus. Im Vergleich zu gewohnten Expansionsgeschwindigkeit von Amazon wirkt das nicht gerade besonders schnell.

ME