Eingestürzte Autobahnbrücke Morandi in Genua

Rom stellt im Autobahnstreit Ultimatum

Stand: 09.07.2020, 16:54 Uhr

Im Streit um die Neuvergabe der Konzession für große Teile der italienischen Autobahnen hat Ministerpräsent Giuseppe Conte den Druck auf die Betreibergesellschaft unter Führung der Benetton-Familie mit einem Ultimatum erhöht. Er forderte am Donnerstag ein "für den Staat attraktives" Angebot bis zum Wochenende.

Die Auseinandersetzung begann vor rund zwei Jahren mit dem Einsturz der Morandi-Brücke, bei der 43 Menschen starben. Das Autobahnunternehmen Autostrade per l'Italia, kurz ASPI, war für sie verantwortlich. Die Benetton-Familie, die im Textilsektor bekannt wurde und bei ASPI das Sagen hat, steht deswegen in der Kritik.

Mehrheitseigner von Autostrade per l'Italia ist mit rund 88 Prozent die von den Benettons dominierte Unternehmensgruppe Atlantia. Atlantia hält auch 18 Prozent Anteile am Baukonzern Hochtief. An Autostrade per l'Italia wiederum ist der Allianz-Versicherungskonzern über Appia Investments beteiligt.