Halbjahreszahlen Rocket Internet rockt rückwärts

Stand: 18.09.2020, 09:01 Uhr

Der Start-Up-Investor Rocket Internet hat im ersten Halbjahr einen kleinen Verlust verbucht. Allerdings verbesserte sich die Bilanz im Vergleich zum ersten Quartal deutlich. Mit Neuigkeiten zum geplanten Delisting des MDax-Konzerns bleibt das Management aber zurückhaltend.

"Im Rahmen des neben dem öffentlichen Delisting-Rückerwerbsangebot angekündigten Aktienrückkaufprogramms wurden bis zum 15. September 2020 keine eigenen Aktien über die Börse erworben", heißt es zu dem Thema, das in der Öffentlichkeit kontrovers aufgenommen wurde, in der Unternehmensmitteilung. Rocket will sich von der Börse zurückziehen und hat Anfang September den Investoren den Rückkauf der Aktien zu 18,57 Euro angeboten.

Den Verlust minimiert

Die Halbjahreszahlen zeigen gegenüber dem ersten Quartal eine klare Verbesserung: Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 12 Millionen Euro nach einem Gewinn von 548 Millionen Euro vor einem Jahr. Wesentliche Beteiligungen und Gemeinschaftsunternehmen von Rocket Internet hatten auch im zweiten Quartal rote Zahlen eingefahren. Dennoch hätten sie sich operativ trotz Covid-19-Krise gut entwickelt, hieß es vom Konzern.

Im Jahresverlauf besserte sich die Bilanz für Rocket gegenüber dem ersten Quartal aber deutlich. Nach drei Monaten hatte ein Verlust von 162 Millionen Euro unter dem Strich gestanden. Ende August verfügte Rocket Internet netto über liquide Mittel von 1,2 Milliarden Euro. Ende April waren es noch 1,9 Milliarden Euro gewesen.

Positive Börsenkursentwicklung

Oliver Samwer, Gründer und CEO von Rocket Internet, kommentierte: "Das erste Halbjahr 2020 war sowohl in den privaten Märkten als auch an den Börsen von hoher Volatilität geprägt. Unsere privaten Unternehmen sind in Summe weiterhin stark von den negativen Covid-19 Auswirkungen betroffen, wohingegen sich viele börsennotierte Aktienkurse im zweiten Quartal positiv entwickelt haben."

Rocket Internet-Chef Oliver Samwer

Oliver Samwer. | Bildquelle: imago images / STPP

Die Anleger nahmen die Zahlen ungerührt auf. Die Aktie bewegte sich kaum und notierte bei rund 18,60 Euro, was in etwa dem Angebot Samwers entspricht. Für die meisten Aktionäre, die eventuell schon länger investiert sind, ist das Angebot also nicht attraktiv. Zur Erinnerung: Rocket war 2014 mit einem Ausgabepreis von 42,50 Euro je Aktie an die Börse gegangen.

ts