Oliver Samwer vor Rocket Internet-Logo
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Wende dank Beteiligungs- und Aktienverkäufen Rocket Internet schafft ersten Halbjahresgewinn

Stand: 20.09.2018, 08:18 Uhr

Die Berliner Start-up-Schmiede kommt ihrem Ziel näher, erstmals in ihrer Geschichte einen Jahresgewinn zu erzielen. In den ersten sechs Monaten verdiente Rocket Internet 297 Millionen Euro.

Nachdem der MDax-Konzern bereits im ersten Quartal schwarze Zahlen geschafft hat, setzte sich die gute Entwicklung im zweiten Quartal fort. Maßgeblich zum Gewinn trug der Verkauf von Anteilen am Essenslieferanten Delivery Hero und von Aktien des Kochboxenversenders Hello Fresh bei.

Westwing profitabel

Unter den Beteiligungen von Rocket stach vor allem Westwing heraus. Der Online-Möbelhändler verbesserte seine operative Profitabilität und erzielte eine Ebitda-Marge von 2,3 Prozent. Westwing will noch in diesem Jahr an die Börse.

Der Kochboxen-Anbieter HelloFresh verringerte seine Verluste. Die bereinigte Ebitda-Marge lag bei minus 4,2 Prozent. Der Umsatz erhöhte sich um 41 Prozent auf 615 Millionen Euro. Noch stärker wuchsen die Erlöse von Jumia, der führenden Online-Plattform in Afrika.

Zwei Milliarden für Aktienrückkäufe

Ihr Finanzpolster, die liquiden Mittel von 2,1 Milliarden Euro, will Rocket für den Rückkauf eigener Aktien nutzen. Ab dem 20. September sollen Aktien im Wert bis maximal 150 Millionen Euro zurückgekauft werden. Das entspricht bis zu 3,6 Prozent des derzeit ausstehenden Kapitals.

Die Anleger reagierten erfreut auf das Aktienrückkaufprogramm und die schwarzen Zahlen im ersten Halbjahr. Die Aktien von Rocket springen vorbörslich um fast fünf Prozent nach oben. Auf Einjahres-Sicht haben die Internet-Titel fast 40 Prozent zugelegt. Vom Ausgabekurs von 42,50 Euro beim IPO vor zwei Jahren ist Rocket aber noch meilenweit entfernt.  

nb