Rocket Internet-Logo mit einem schlingernden Kondensstreifen am Himmel

Trotz Umsatzwachstum Rocket Internet: Rot bleibt die Mode

Stand: 28.11.2017, 09:27 Uhr

Mit Aktien der Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet ließ sich in diesem Jahr kein Geld verdienen. Überraschend ist das nicht: Das Unternehmen zeigt sich wenig transparent und macht immer noch hohe Verluste.

Wie immer streute das Berliner Unternehmen nur die Zahlen ausgewählter Beteiligungen aus. Auch im dritten Quartal hat Rocket Internet in seinem Online-Modegeschäft Global Fashion Group (GFG) einen Verlust im operativen Geschäft (Ebitda) von 32,6 Millionen Euro eingefahren, nach einem Minus von 33,3 Millionen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In den ersten neun Monaten sind operative Verluste von 76,5 Millionen angefallen, deutlich weniger als die 102,6 Millionen des Vorjahres. Wie hoch der Netto-Verlust ausgefallen ist, sagt Rocket nicht.

Beim Umsatz der GFG zusammengefasst sind, hat sich das Wachstum deutlich verlangsamt. In den ersten neun Monaten des Jahres kletterten die Erlöse um 18,7 Prozent auf 767 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren die Umsätze noch um 27,2 Prozent gestiegen. Dabei litt das Unternehmen zuletzt unter dem starken Euro. Dadurch ist das Wachstum im dritten Quartal auf 19 Prozent geschrumpft.

Asien wächst am schnellsten

Rocket Internet: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Am schnellsten ist im dritten Quartal Zalora, Rocket Internets südostasiatische Zalando-Variante gewachsen. Hier kletterte der Umsatz um 28,5 Prozent. Deutlich langsamer kamen die Geschäfte bei dem auf Osteuropa fokussierten Online-Modeversender Lamoda voran. Hier wuchsen die Umsatze im dritten Quartal um 16,7 Prozent. In Lateinamerika, wo Rocket unter dem Namen Dafiti Mode verkauft, wuchsen die Umsätze ebenfalls zweistellig.

Die Online-Tochter im Nahen Osten, Namshi, wurde im August mehrheitlich (51 Prozent) an den Einkaufszentren- und Einzelhandelsbetreiber Emaar Malls aus Dubai verkauft. Dafür haben die Araber 151 Millionen Dollar gezahlt.

Anleger bleiben kalt

Die Anleger reagieren kaum auf die wenig transparenten Zahlen. Vielleicht gibt es auf der für 10 Uhr angesetzten Pressekonferenz von Rocket-Chef Oliver Samwer mehr etwas mehr Klarheit. Die Rocket-Aktie verliert im frühen Handel rund ein halbes Prozent auf 20,85 Euro. Damit ist sie soviel wert wie zu Beginn dieses Jahres. Seinen Ende Januar erreichten Jahreshöchststand von 22,89 Euro hat das Papier seitdem nicht wieder erreicht.

lg