Oliver Samwer vor Rocket Internet-Logo
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Verluste verringert Rocket Internet: Licht am Ende des Tunnels

Stand: 13.04.2018, 09:40 Uhr

Die Aktien der Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet haben sich im letzten halben Jahr deutlich erholt. Zu Recht, wie die neuesten Bilanzzahlen zeigen.

Danach hat Rocket Internet bei seinen wichtigsten Beteiligungen und Unternehmen im vergangenen Jahr die Verluste eingedämmt. Die bereinigte Ebitda-Marge habe sich um fünf Prozentpunkte auf minus 10,3 Prozent verbessert, teilte der MDax-Neuling am Morgen mit.

Unter dem Strich verringerte sich der Verlust im vergangenen Jahr auf sechs Millionen Euro, nach einem Defizit von 741,5 Millionen im Vorjahr. Die liquiden Mittel summierten sich Ende des Jahres auf 2,7 Milliarden Euro. Zugleich stiegen die Umsätze der Unternehmen HelloFresh, Global Fashion Group, Jumia, Westwing und Home24 um 28 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro.

Gewinnzone rückt näher

Auch die Marge verbesserte sich, trotz höherer Marketingausgaben. Die Global Fashion Group mit den Onlinemodehändlern Lamoda, Dafiti und Zalora hatte bereits am Mittwoch Zahlen vorgelegt und ebenfalls bei gestiegenen Umsätzen die Verluste begrenzt.

Nach den gesunkenen Verlusten nimmt das Unternehmen nun die Gewinnzone in den Blick. "Für 2018 erwarten wir weitere Fortschritte", sagte Vorstand Oliver Samwer bei der Vorlage der Jahresbilanz. Er legte sich jedoch nicht fest, ab wann welche Beteiligung Geld verdienen soll. "Die meisten Firmen sind stark genug, dass sie ihre eigenen Ziele formulieren", sagte er. Das ursprüngliche Ziel, 2017 drei seiner Unternehmen in die Gewinnzone zu bringen, ist Rocket nicht gelungen.

Wann geht Home24 an die Börse?

Der Kochboxen-Versender HelloFresh und der Essenslieferdienst Delivery Hero kündigten in den vergangenen Wochen an, in diesem Jahr schwarze Zahlen im laufenden Geschäft erreichen zu wollen. Beide Unternehmen sind seit vergangenem Jahr börsennotiert. Nach Medienberichten strebt auch der Möbelversand Home24 an die Börse, dies wollte Samwer aber nicht kommentieren.

Der Umsatz der Rocket Internet SE selbst sank nach Verkäufen von Beteiligungen von 50,4 Millionen Euro auf 36,8 Millionen Euro. Insgesamt hatte Rocket zum Jahreswechsel 89 Tochtergesellschaften, 35 weniger als ein Jahr zuvor.

JPMorgan bleibt optimistisch

Am Aktienmarkt sorgen die Zahlen für wenig Begeisterung. Nach anfänglichen Gewinnen dreht die Aktie ins Minus. JPMorgan-Analyst Marcus Diebel hat die Einstufung für Rocket Internet nach den Zahlen auf "Overweight" mit einem Kursziel von 29,80 Euro belassen.

Die Ergebnisse für 2017 zeugten vom anhaltend guten Lauf der Portfoliofavoriten Delivery Hero, HelloFresh und Global Fashion Group, so Diebel. Er rechnete vor, dass der aktuelle Börsenwert von Rocket nur die Beteiligungen an Delivery Hero und HelloFresh sowie die Barmittel widerspiegle.

lg