Medikamenten-Verpackungsanlage bei Roche in Kaiseraugst Schweiz

Starke Nachfrage hält an Roche punktet mit neuen Medikamenten

Stand: 17.10.2018, 10:52 Uhr

Nach einem Umsatzplus in den ersten neun Monaten sieht sich das Schweizer Pharmaunternehmen Roche trotz zunehmender Konkurrenz auf einem guten Weg, seine Jahresziele zu erreichen. Besonders den neu eingeführten Medikamenten verdankt der Konzern den Schub.

Wegen starker Konkurrenz durch günstigere Medikamente, sogenannte Biosimilars drohen Roche Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe. Nach Ablauf des Patentschutzes der drei Krebsmedikamente MabThera, Herceptin und Avastin, die 40 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen, sind Nachahmerprodukte nicht mehr verboten.

Deshalb stellte der weltgrößte Hersteller von Krebsarzneien Sparmaßnahmen in Aussicht. In Europa halbierten sich die Verkaufserlöse des Blutkrebsmedikaments MabThera in den ersten neun Monaten auf rund 731 Millionen Franken. Auch der Umsatz des Mittels Herceptin sank um zehn Prozent.

Während Generika exakte Kopien von Medikamenten sind, werden Biosimilars in eigenen Verfahren erstellt, sind also nicht identisch mit den vergleichbaren Medikamenten.

Biosimilars ab 2019 auch in den USA

Roche-Areal in Basel mit Logo im Vordergrund

Roche-Areal in Basel. | Bildquelle: Unternehmen

In den USA läuft das Patent ebenfalls ab. Deshalb rechnet Roche auch im weltgrößten Pharmamarkt mit Konkurrenz für seine wichtigen Krebsarzneien: Für MabThera dürften in der ersten Jahreshälfte 2019 sogenannte Biosimilars auf den Markt kommen, sagte Roche-Chef Severin Schwan am Mittwoch. Bei Herceptin dürfte es dann im zweiten Halbjahr soweit sein. Dem Unternehmen droht bis 2022 eine Umsatzlücke von schätzungsweise zehn Milliarden Dollar.

Neue Arzneien trotzen Einbußen

Die neu auf den Markt gebrachten Medikamente konnten die Einbußen des Pharmariesen allerdings wett machen. So steuerte das Multiple-Sklerose-Mittel Ocrevus in den ersten neun Monaten 1,67 Millionen Franken zum Umsatz bei, eine Verdreifachung gegenüber der Vorjahresperiode.

Der seit knapp einem Jahr zugelassenen Arznei gegen Bluterkrankheit Hemlibra trauen Analysten nach der jüngst genehmigten breiteren Anwendung sogar Milliardenerlöse zu. Dort lag der Umsatz bisher in diesem Jahr bei 113 Millionen Franken.

Ziele werden erreicht

"Ausgehend von den Ergebnissen der ersten neun Monate werden wir unsere Ziele für das Gesamtjahr erreichen", erklärte Schwan. Wie auch in den Vorquartalen habe die starke Nachfrage nach neuen Medikamenten weiter angehalten.

Der Umsatz des Konzerns stieg im Zeitraum von Januar bis September sowohl in der Heimatwährung als auch zu konstanten Wechselkursen um sieben Prozent auf 42,08 Milliarden Franken (36,74 Milliarden Euro). Damit übertraf der Hersteller aus Basel die Erwartungen der Analysten leicht.

Weiterhin peilt der Medikamentenhersteller im Gesamtjahr ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Am Gewinnziel hält Roche ebenfalls fest. Außerdem will der Konzern den Kerngewinn je Aktie um etwa 15 Prozent steigern und seinen Aktionären eine höhere Dividende auszahlen.

Anleger gefallen die Zahlen

Die Aktie des Pharmariesen stieg derweil zu Börsenbeginn um 1,31 Prozent auf 212,40 Euro pro Titel. Zur Stunde gewinnt das Papier mit 0,57 Prozent nur noch leicht an Wert und liegt bei 211 Euro. In der vergangenen Woche lag die Aktie zeitweise nur bei 204 Euro.

In der Liste der weltgrößten Pharmahersteller nach Marktkapitalisierung liegt Roche mit 33,76 Milliarden Euro unter anderem hinter Novartis (172,33 Milliarden Euro), Pfizer (227,32 Milliarden Euro) und Johnson & Johnson (316,32 Milliarden Euro).

tb