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Richtig absichern Überblick

Hundert- und Fünfzigeuroscheine in einem Rettungsring

Kasse machen
Gewinne sichern - das geht ganz sicher mit einem Total-Verkauf. Diesen radikalen Schritt sollte freilich nur machen, wer einen längerfristigen Bärenmarkt erwartet oder freie Mittel fürs Alter oder eine größere Anschaffung braucht. Schon beim Ausstieg sollte man sich ein mögliches Wiedereintritts-Szenario überlegen, das auf fundamentalen oder charttechnischen Erwägungen beruht.

Richtig absichern Überblick

Hundert- und Fünfzigeuroscheine in einem Rettungsring

Kasse machen
Gewinne sichern - das geht ganz sicher mit einem Total-Verkauf. Diesen radikalen Schritt sollte freilich nur machen, wer einen längerfristigen Bärenmarkt erwartet oder freie Mittel fürs Alter oder eine größere Anschaffung braucht. Schon beim Ausstieg sollte man sich ein mögliches Wiedereintritts-Szenario überlegen, das auf fundamentalen oder charttechnischen Erwägungen beruht.

Schließfach mit Schlüssel und

Depot wetterfest machen
Eine Absicherung des Depots kann auch über einen selektiven Verkauf erfolgen. Wer etwa "heiß" gelaufene Tech-Werte übergewichtet hat, kann hier noch immer prächtige Gewinne mitnehmen. Immobilienaktien könnten unter der begonnenen Zinswende weiter leiden. Und in stürmischen Börsenzeiten kann der Anleger mit "defensiven" Titel aus dem Konsum-, oder Gesundheitsektor ingesamt die "Volatilität" aus dem Portfolio nehmen.

Button mit Stop-Loss-Schriftzug und rotem Punkt

Stop-Loss setzen
Auch "intelligente" Ordertypen ermöglichen es, die eingefahrenen Gewinne abzusichern. Ein Stop-Loss sollte berücksichtigen, wie schwankungsanfällig eine Aktie im Einzelfall ist. Wichtige charttechnische Kursmarken können ebenfalls als Anhaltspunkt für einen möglichen Ausstieg dienen (s. unser Hintergrund: Die Stop-Loss-Order - gewusst wie).

Trailing Stop Loss-Order

Trailing Stop-Loss reduziert Aufwand
Steigt eine Aktie, sollte man einen Stop-Loss nachziehen, um Gewinne abzusichern. Wenig Aufwand, gerade in einem breit diversifizierten Depot macht hier ein "Trailing-Stop", der stets im gleichen Abstand mit einer Aktie aufwärts wandert. Auch solche Abstände und Orders sollten aber in einem gewissen zeitlichen Rhythmus überprüft werden (s. dazu: Gewinnmaximierung, vollautomatisch).

Der innere Wert einer Put-Option

Absichern mit "Puts"
Ein "klassisches Hedging" oder Absichern einer bestehenden Aktienposition geschieht über den Einsatz eines Put-Optionsscheins oder eines Short-Hebelzertifikates. Der Charme dabei ist der geringe Kapitaleinsatz. So ermöglicht ein es Hebel von 20 mit 2.500 Euro Einsatz ein 100.000-Euro-Depot voll abzusichern. Die Eigenarten der Instrumente sollten dabei allerdings beachtet werden. So beeinflusst die allgemeine Marktschwankungsbreite "implizierte Volatilität", den Preis der zugrundeliegenden Option. Optionsscheine oder Zertifikate, die in "crashigen" Zeiten gekauft werden, könnten dann Wert verlieren, wenn die Marktschwankungen wieder niedriger ausfallen. Die Instrumente sind damit vor allem als kurzfristige Absicherung geeignet (s.a. Wie funktionieren Optionsscheine?).

Shorten per CFD
Implizite Volatilität und Zeitwert spielen bei den Differenzkontrakten (CFDs) keine Rolle. Verkaufte CFDs verhalten sich exakt umgekehrt wie der Basiswert. CFDs sind auf Einzelaktien, aber auch auf alle Indizes zu haben. Den Hebel kann der Anleger weitestgehend selbst bestimmen. Zu beachten ist allerdings hier. dass die Kurse vom Anbieter "gemacht" werden. Gerade in hektischen Börsenphasen kann es schwer sein, eine marktgerechte Orderausführung zu erhalten. Bei längerer Haltedauer sind zudem Finanzierungskosten zu berücksichtigen.

Hand mit Aktentasche und ETF-Schriftzug

Gegengeschäft mit Short-Indexfonds
Ein bunter Strauß an Einzelaktien lässt sich auch über einen Short-Indexfonds (ETF) absichern. Das macht Sinn, wenn eine längerfristige Seit-/Abwärtsbewegung erwartet wird. Auch Short-ETFs sind als Sondervermögen gesetzlich geschützt, während bei Optionsscheinen und Zertifikaten immer ein Emittentenrisiko besteht. Short ETFs auf den Dax sind auch gehebelt verfügbar. Anleger sollten allerdings wissen, dass die Performance von Short-ETFs nicht exakt spiegelbildlich zu der des entsprechenden Index' verläuft.

Rückspiegel, Reverse-Bonus

Seitwärtsrendite mit Reverse-Bonus-Zertifikat
Wer sein Aktiendepot absichern und dabei noch eine Seitwärtsrendite einfahren will, kann zu Reverse-Bonus-Zertifikaten greifen. Wird bis zum Ende der Laufzeit des Zertifikates eine Barriere nach oben nicht überschritten, winkt eine Seitwärtsrendite - und zwar auch, wenn der jeweilige Basis-Index auf der Stelle tritt. Im Fall deutlich fallender Märkte unter den Bonus-Level lohnt sich das Investment noch mehr. Vor allem die Barriere nach oben sollte mit Bedacht gewählt werden. Aktienmärkte können sich schließlich überraschend schnell und stark erholen (s.a. Unsichere Zeiten erfordern...).

Auszahlungsprofil Discount-Zertifikat

Puffern durch die Schwächephase
A propos Seitwärtsrendite: Um in trüben Börsenphasen noch Gewinne aus dem Aktienmarkt zu holen, können sich auch Discount-Zertifikate eignen. Sie sorgen für eine Mindestrendite, durchbricht der jeweilige Markt nicht einen zuvor gewählten Basiswert. Deep Discounter sind eher für Anleger geeignet, die entweder ihr Aktien-Depot verkauft haben oder mit langem Atem auf wieder steigende Kurse warten und zumindest eine kleine positive Rendite mit einem Teil ihres Depots einfahren wollen (s.a. Zeit für Discounter?).

Mehr zum Thema: Wenn Sicherheit Trumpf ist