Ein Mitarbeiter des Luxus-Uhrenmachers A. Lange und Söhne montiert ein Ziffernblatt

Gewinnmitnahmen bei der Aktie Richemont: Luxus wieder en vogue

Stand: 18.05.2018, 09:15 Uhr

Wer kennt sie nicht, Edelmarken wie Cartier, Montblanc oder die exklusive Uhrenmanufaktur A. Lange & Söhne? Willkommen in der Welt von Richemont. Der Schweizer Luxuskonzern hat im vergangenen Geschäftsjahr gut verdient. Aber es gab auch Schönheitsfehler.

Denn das Genfer Unternehmen nahm den Händlern im vergangenen Geschäftsjahr für 203 Millionen Euro Lagerbestände ab, die nicht verkauft wurden. Richemont gilt als aggressiv darin, solche Ladenhüter zurückzukaufen. Im Vorjahr wurden 278 Millionen Euro für den Rückkauf dieser Bestände aufgewendet. Diese drücken natürlich auf den Gewinn, und das kommt an der Börse zunächst nicht gut an. Das Papier verliert zum Handelsauftakt deutlich, war aber zuvor gut gelaufen.

Zufrieden in Asien

Denn vor allem in China, Hong Kong, Korea und Macao lief das Geschäft gut, berichtet das Genfer Unternehmen bei der Vorstellung seiner Jahreszahlen zum Ende des Geschäftsjahres 2017/18 (per 31. März). Vor allem asiatische Kunden gehören traditionell zu den wichtigsten Käufergruppen in der Welt der Luxusindustrie.

Entsprechend liest sich das Zahlenwerk von Richemont, das von der Erholung der Nachfrage nach Uhren sowie regem Interesse nach teurem Schmuck getragen wurde. Der Umsatz zog zu konstanten Wechselkursen um acht Prozent auf knapp elf Milliarden Euro an. Allerdings bremsten negative Wechselkurseffekte, zu aktuellen Raten hätte der Umsatz sich nur um drei Prozent erhöht.

Operativ erhöhte sich das Ergebnis um fünf Prozent auf 1,84 Milliarden Euro, unter dem Strich verblieb allerdings nicht zuletzt wegen der Bestandsrückkäufe ein nur um ein Prozent höherer Gewinn von 1,22 Milliarden Euro. Die Aktionäre sollen mit einer von 1,80 auf 1,90 Franken erhöhten Dividende bedacht werden. Die operative Marge erhöhte sich um 20 Basispunkte auf 16,8 Prozent.

Noch so manches in der Pipeline

Luxusuhren der Marke Cartier.

Richemont Cartier Uhren. | Quelle: picture-alliance/dpa

Im Ausblick äußerte sich Chairman Johann Rupert vage, aber es wird klar, dass sich der Konzern einiges vorgenommen hat. Er verwies auf die erfolgreiche erstmalige Platzierung einer Anleihe im Volumen von vier Milliarden Euro, mit dem das Unternehmen angesichts der niedrigen Zinsen im März an den Markt gegangen war. Ein Schelm, wer böses dabei denkt - Rupert sprach von strategischen Investments, die das Management ins Auge fasst. Konkrete numerische Ziele nannte er nicht.

Online-Übernahme kommt voran, neue Marke für junge Kunden

Das Thema Online-Verkäufe ist auch in der Luxusindustrie zunehmend bedeutend. Mit der Übernahme des italienischen Online-Luxus-Händlers Yooks Net-a-Porter Group (YNAP) für bisher 2,5 Milliarden Euro setzt Richemont ein Zeichen. Aktuell werden 94,99 Prozent der YNAP-Aktien gehalten. Die Inhaber der restlichen Aktien, deren Wert bei rund 300 Millionen Euro liegt, können diese noch bis zum 8. Juni andienen. Der Handel an der italienischen Börse wird noch bis zum 18. oder 19. Juni erfolgen, ab 20. Juni werden die Aktie vom Markt genommen.

Zuletzt hatte Richemont die neue Uhrenmarke "Baume" vorgestellt. mit der preislich günstigeren Marke will man primär die jüngere Kundschaft ansprechen. Kostenpunkt: zwischen 500 und 1.000 Franken. Diese Uhren sollen nur über das Internet vertrieben werden.

rm

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