Yoox Modeshooting

Yoox-Aktie springt um 25 Prozent Richemont holt Tochter zurück

Stand: 22.01.2018, 10:56 Uhr

Vor drei Jahren wurde der Internet-Ableger des Luxus-Herstellers mit einem Konkurrenten verschmolzen, nun setzt der Schweizer Konzern offenbar wieder auf den Online-Vertrieb. Gut zunächst für Aktionäre des Tochterunternehmens.

Mit 37,80 Euro wird die Aktie von Yoox-Net-A-Porter am Vormittag an der Mailänder Börse gehandelt, das ist bereits fast genau auf der Höhe des Übernahmeangebots von Richemont und knapp 25 Prozent über dem Schlusskurs von Freitag.

Die einstige Richemont-Online-Tochter Net-A-Porter war 2015 mit dem italienischen Online-Bekleidungshändler Yoox verschmolzen worden. Richemont war aber mit einem Anteil von 50 Prozent an dem fusionierten Unternehmen beteiligt geblieben, hatte aber ein auf 25 Prozent begrenztes Stimmrecht. Mit dem Deal hatte Richemont vor knapp drei Jahren einen einmaligen Buchgewinn von rund 610 Millionen Euro erzielt und damit nicht zuletzt Aktionäre besänftigen wollen, die von der Entwicklung der Richemont-Aktie enttäuscht waren.

China und Fehlspekulationen als Belastung

Die hatten allerdings in den Folgejahren noch deutlich härtere Zeiten zu durchschreiten. Die Aktie des Herstellers von Luxusartikeln mit Marken wie Cartier oder IWC tauchte Mitte 2016 auf ein Mehrjahrestief bei 50 Euro ab. Gewinnrückgänge wegen schwächerer Nachfrage aus China und finanzielle Fehlspekulationen bei der Absicherung gegen Währungsrisiken hatten den Konzern stark belastet.

Ladenschließungen etwa in China und ein Wechsel an der Konzernspitze hatten in der Folge für weitere Verunsicherung gesorgt. Ende 2017 wurde Vorstandschef Richard Lepeu verabschiedet, bislang ohne einen direkten Nachfolger. Als sogenannter Chief Operating Officer agiert Jérome Lambert. Über allem steht Richemont-Verwaltungsratschef Johann Rupert.

Umsatzbringer mit Potenzial

Vielleicht ist auf dessen Betreiben nun der Schritt "zurück in die Zukunft" erfolgt. Das Online-Geschäft boomt auch in der Luxusbranche, und Yoox-Net-A-Porter dürfte in den kommenden Jahren die Erlöse des Mutterkonzerns wieder ankurbeln helfen. 2017 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 2,1 Milliarden Euro.

Ohnehin sieht bei Richemont die geschäftliche Lage derweil schon wieder erheblich günstiger aus als noch vor einem Jahr. Das Halbjahresergebnis 2017/18 (bis Ende September) zeigte bereits einen Umsatzzuwachs um zehn Prozent auf 5,6 Milliarden Euro und einen Gewinnzuwachs von 80 Prozent auf 974 Millionen Euro. Eckdaten zum Schlussquartal 2017 deuten ebenfalls auf weiteres Wachstum hin.

Die Aktie von Richemont hat bereits in den vergangenen Monaten einen Teil ihres verlorenen Terrains wieder zurückerobert. Am Montag rutscht der Titel allerdings wegen der finanziellen Belastungen durche die Übernahme leicht ab.

AB

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