Virgin Galactics SpaceShip2 im All

Virgin-Weltraumtochter vor IPO Richard Branson im Börsen-Himmel?

Stand: 09.07.2019, 11:51 Uhr

Im Wettlauf um Weltall-Abenteuer für Touristen scheint sich Milliardär Richard Branson neue Kapitalquellen erschließen zu wollen. Zusammen mit der Beteiligungsfirma eines ehemaligen Facebook-Managers will Branson laut einem Medienbericht zuerst den Sprung aufs Börsenparkett wagen, dann geht's noch viel höher hinaus.

Vor dem Stapellauf an der Börse wird Virgin Galactic, die Weltraum-Tochter von Bransons Luftfahrtunternehmen Virgin Atlantic mit rund 1,5 Milliarden Dollar bewertet. Das schreibt zumindest das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Die Zeitung will nämlich erfahren haben, dass der frühere Facebook-Manager Chamath Palihapitiya mit seiner Beteiligungsgesellschaft Social Capital Hedosophia knapp die Hälfte der Anteile von Virgin Galactic kaufen und dafür 800 Millionen Dollar bezahlen will.

Kapital für den Sprung ins All

Der Börsengang ist laut der Zeitung das Ziel des Investments, und er könne bereits "im weiteren Verlauf des Jahres" erfolgen. Damit wäre das von Branson gegründete Raumfahrtunternehmen das erste börsennotierte Unternehmen, das Touristen Flüge in den Weltraum ermöglichen will.

Richard Branson vor einem Wandbild seines Raumflugzeuges

Richard Branson. | Bildquelle: picture alliance / AP Photo

Virgin Galactic geht offenbar davon aus, dass bereits der Deal mit Social Capital Hedosophia dem Konzern genügend Kapital zur Verfügung stellen wird, um das Geschäft mit dem Weltraumtourismus ausreichend anzuschieben. Ein Börsengang würde freilich noch mehr Kapital für die Expansion einsammeln. Zuvor hatte Branson auch mit dem Herrscherhaus von Saudi-Arabien über eine Kapitalbeteiligung von bis zu einer Milliarde Dollar verhandelt. Nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi durch den saudischen Geheimdienst 2018 sollen die Verhandlungen aber abgebrochen worden sein.

Der Wettbewerb um kommerzielle Touristentrips ins All läuft derweil auf vollen Touren. Virgin Galactic befindet sich mit Konkurrenten wie Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos oder SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk.

Musk plant für den Mars

Start einer SpaceX Falcon Heavy

Start einer SpaceX Falcon Heavy. | Bildquelle: Unternehmen

SpaceX gründete Musk mit dem Ziel, Technologien zu entwickeln, die es der Menschheit ermöglichen sollen, den Mars zu kolonisieren und das Leben auf anderen Planeten zu verbreiten. Nach anfänglichen Fehlschlägen der neuentwickelten Rakete Falcon 1 wurde die Firma innerhalb weniger Jahre mit der Falcon 9 und dem Raumschiff Dragon zu einem bedeutenden Versorger der Internationalen Raumstation (ISS). 2017 löste SpaceX Arianespace als weltweiten Marktführer bei Satellitenstarts ab. Ab der zweiten Jahreshälfte 2019 sind bemannte Missionen geplant.

Bezos bleibt im Orbit

Jeff Bezos präsentiert die Mondlandefähre

Blue Moon. | Bildquelle: picture alliance/Patrick Semansky/AP/dpa

Blue Origin wurde bereits im Jahr 2000 von Amazon-Gründer Jeff Bezos gegründet. Das Unternehmen konzentrierte sich zunächst auf die Durchführung von suborbitalen Flügen mittels wiederverwendbarer Flugsysteme. Die Erkenntnisse aus den Flügen der Suborbitalrakete New Shepard fließen in die Entwicklung der Orbitalrakete New Glenn ein. Außerdem hat das Unternehmen die Mondlandefähre "Blue Moon" entwickelt.

AB