RIB Software

Aktie bäumt sich auf RIB Software gewinnt Vertrauen zurück

Stand: 14.02.2019, 14:07 Uhr

Die Aktien des einst so hochgelobten Bausoftware-Herstellers stürzten im vergangenen Jahr heftig ab. Nun erholen sie sich wieder - und wie. RIB Software hat mit seinen Jahreszahlen die Anleger positiv überrascht.

Die Titel des Bausoftwareherstellers springen am Donnerstag um knapp zwölf Prozent nach oben und sind größter SDax- und TecDax-Gewinner. Mit 13,48 Euro erreichen die Aktien den höchsten Stand seit Anfang Dezember. 2018 hatten die Titel mehr als die Hälfte ihres Werts eingebüßt. Investoren zweifelten an strategischen Entscheidungen des Unternehmens. Die Kapitalerhöhung im März führte laut Händlern zu einem Vertrauensverlust. Die Strategie dahinter sei unklar, monierte ein Analyst Schweizer Großbank UBS. Mit zeitweise 8,88 Euro fielen die Aktien auf den tiefsten Stand seit Anfang 2014.

Angehobene Umsatzprognose übertroffen

RIB Software: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
20,68
Differenz relativ
-2,54%

Inzwischen scheinen die Anleger wieder allmählich Vertrauen in das Bausoftware-Unternehmen zu fassen. Denn das Geschäft von RIB läuft besser als geplant. 2018 kletterten die Erlöse um stolze 26,5 Prozent auf 137 Millionen Euro. Damit übertraf das Unternehmen die eigene Ende Oktober angehobene Prognose, die bei 124 bis 130 Millionen Euro gelegen hatte. Auch Analysten hatten im Schnitt mit weniger gerechnet.

Die um Sonder- und Währungseffekte bereinigte Marge des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bewegte sich mit 28 Prozent am oberen Rand der Prognose-Bandbreite von 20 bis 30 Prozent. Im Vorjahr hatte RIB Software hier allerdings noch einen Wert von 36,8 Prozent erzielt.

Wachstumstempo wird künftig noch erhöht

Für 2019 bleibt RIB Software optimistisch. Das Stuttgarter Unternehmen stellt weiter schnelles Wachstum und eine "hohe Profitabilität" in Aussicht. In den Folgejahren soll sich die Geschwindigkeit des Wachstums dann noch erhöhen. Die detaillierten Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr legt das Unternehmen am 29. März vor.

Ein Analyst sah in dem jüngsten Quartalsergebnis eine Bestätigung, dass es im Kerngeschäft mit Bausoftware weiter gut läuft. Dies werde auch vom Ausblick auf 2019 untermauert, der weiterhin schnelles Wachstum erwarten lasse.

In China liegt die Zukunft!?

RIB Software mischt vor allem in China mit. Fast die Hälfte der Mitarbeiter sitzen im Reich der Mitte. RIB-Chef Thomas Wolf wohnt seit Jahren in Hongkong. Der Diplomkaufmann setzt auf den Bauboom in China. Das entstehende Marktpotenzial für Bausoftware im Jahr 2025 beziffert er auf 400 Milliarden Dollar.

Wolf war einst im Neuen Markt als Vorstandsvorsitzender des Baustoffhändlers Mühl AG unter die Räder gekommen. Vor knapp einem Jahr musste er sich mit einer Kampagne der "Bilanzcowboys" auseinandersetzen. Sie warfen Wolf vor, dass RIB mit dem Gemeinschaftsunternehmen Ytwo "Pseudogeschäfte abwickle, die virtuelle Umsätze erzeugen". Der Bausoftware-Hersteller wies die erhobenen Vorwürfe als gegenstandslos zurück.

nb